Unilever kann sich in Corona-Krise behaupten - Aktie an EuroStoxx-50-Spitze

dpa-AFX

ROTTERDAM/LONDON (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Unilever zeigt sich inmitten der Corona-Krise robust. So hat das Unternehmen trotz sinkender Umsätze die Gewinne im ersten Halbjahr steigern können. Dabei profitierte Unilever von der steigenden Nachfrage nach Wasch- und Reinigungsmitteln im Zuge des Lockdowns, dazu kamen deutlich niedrigere Kosten insbesondere für Marketing, wie das niederländisch-britische Unternehmen am Donnerstag in Rotterdam mitteilte. Im zweiten Quartal fiel der Umsatzrückgang zudem deutlich geringer aus, als von Analysten erwartet. Die Aktie legte in den ersten Handelsminuten bis zu knapp neun Prozent zu und war damit mit Abstand stärkster Wert im Eurozonen-Auswahlindex EuroStoxx 50

So nahmen die Erlöse in den Monaten April bis Juni um drei Prozent auf 13,3 Milliarden Euro ab. Organisch - sprich bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe lag das Minus bei 0,3 Prozent. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen des Marktes deutlich, der mit einem Minus von rund 3,9 Prozent gerechnet hatte. Im ersten Halbjahr ergab sich so ein Umsatzrückgang von 1,6 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro. Dabei wirkten sich negative Währungseffekte allein mit 2,5 Prozent aus. Organisch sanken die Erlöse marginal um 0,1 Prozent. die Verkaufsmengen sanken dabei leicht und Preise leicht zulegen konnten.

Während der Corona-Krise änderte sich dabei das Einkaufsverhalten der Kunden. So konnten die Verkäufe von Wasch- und Reinigungsmittel zulegen, insbesondere gefragt waren Produkte zur Handhygiene. Dagegen nahm die Nachfrage nach Lebensmitteln ab. Davon betroffen war insbesondere das Eisgeschäft - mit Ausnahme des Außer-Haus-Verkaufs.

Unter dem Strich verdiente Unilever in den ersten sechs Monaten mit 3,5 Milliarden Euro 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei profitierte Unilever auch von massiv gesunkenen Marketingkosten, nachdem der Konzern die Werbung erheblich zurückgefahren hatte. Eine Prognose gab das Management weiter nicht. Der Konzern hatte seinen Ausblick Ende April zurückgezogen.

Das Unternehmen will sich zudem von einem Teil seines Teegeschäfts (Lipton, Brooke Bond, PG Tips) trennen. Behalten werden sollen die Geschäfte in Indien und Indonesien sowie die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bei Fertigtees. Das restliche Geschäft, das 2019 auf einen Umsatz von 2 Milliarden Euro kam, soll bis Ende 2021 in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden. Das Teegeschäft stand seit Jahresbeginn auf dem Prüfstand./nas/knd/zb

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