Vorratskäufe treiben Novartis an - Pharmariese bekräftigt Prognose

Reuters

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat nach einem Umsatz- und Gewinnzuwachs im ersten Quartal seine Jahresprognose bekräftigt.

Die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigte das Geschäft nicht wesentlich, erklärte der Arzneimittelhersteller am Dienstag. Im Gegenteil, Vorratskäufe sorgten sogar für einen leichten Umsatz- und Ergebnisschub. Zu weit aus dem Fenster lehnen will sich das Unternehmen deswegen allerdings nicht: Denn in den kommenden Quartalen wird wieder eine Normalisierung der Nachfrage erwartet, Patienten und Krankenhäuser dürften dann auf die vorsorglich eingelagerten Arzneien zurückgreifen.

Vergangene Woche hatte auch der französische Rivale Sanofi gewarnt, dass nach einem von Vorratskäufen geprägten Auftaktquartal die Wachstumsraten in den kommenden Quartalen wieder zurückgehen dürften.

Mit Blick auf die Covid-19-Pandemie mahnte Konzernchef Vasant Narasimhan aussagekräftige Medikamententests an. Gegen die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit gibt es derzeit noch keine Therapie. Nur wenige Arzneimittel, die eingesetzt werden - oft notfallmäßig bei schweren Fällen -, hätten bisher die Teststandards erfüllt, warnte der Amerikaner. Es seien ordnungsgemäße klinische Studien erforderlich, um den Nutzen von Arzneien wirklich zu ermitteln. Novartis selbst hat eine klinische Studie mit dem Medikament Hydroxychloroquine initiiert. Das jahrzehntealte Mittel, das auch von anderen Firmen und Gesundheitsorganisationen getestet wird, gilt als ein Hoffnungsträger zur Behandlung von Covid-19. Narasimhan sagte, er habe das Gefühl, im Sommer könnten erste Studienergebnisse vorliegen.

GEPLATZTER PORTFOLIOVERKAUF SCHMÄLERT ERWARTETES WACHSTUM

Für das laufende Jahr stellte das Unternehmen - Wechselkurseffekte herausgerechnet - weiterhin ein Umsatzwachstum um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbetrag in Aussicht. Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn soll sogar im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Novartis geht dabei davon aus, dass die Wachstumsraten etwa einen Prozentpunkt niedriger sein werden als ursprünglich angenommen. Der Grund dafür ist, dass der Konzern in den USA verschiedene Generika und Dermatologiearzneien behält, nachdem der geplante Verkauf des Portfolios an die indische Aurobindo Pharma am Veto der US-Kartellbehörde scheiterte.

Im ersten Quartal stiegen die Verkaufserlöse gegenüber dem Vorjahr währungsbereinigt um 13 Prozent auf 12,28 Milliarden Dollar. Lässt man die auf die Coronavirus-Pandemie zurückzuführenden Vorratskäufe weg, schätzt Novartis das Umsatzplus auf rund neun Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis legte 34 Prozent auf 4,18 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich stand mit 2,17 Milliarden Dollar ein um 24 Prozent erhöhter Gewinn.

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