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Wall Street stützt Dax-Erholungsversuch – Doch Anleger brauchen starke Nerven

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Es geht wieder aufwärts mit dem Dax. Aber Börsianer scheinen sich einig: Die Kurse werden künftig stärker schwanken.

Wall Street stützt Dax-Erholungsversuch – Doch Anleger brauchen starke Nerven

Nach dem Börsenbeben ist vor der Erholung? Zum Start in die neue Handelswoche zumindest legt der Dax spürbar zu. Mit Börseneröffnung kletterte er um 1 Prozent auf rund 12.230 Punkte. Am Freitag noch hatte der deutsche Leitindex erneut über ein Prozent verloren und die zweite Woche in Folge mit herben Kursabschlägen beendet, so dass er auf dem niedrigsten Stand seit Anfang September notierte.

Auf die Beine geholfen wird der Dax durch die Entwicklung am US-Aktienmarkt. In New York hatten die Kurse vor dem Wochenende nach einem abermaligen Ausverkauf nach oben gedreht, wovon am Montag bereits die asiatischen Börsen profitierten. Ob die Aktienmärkte kurzfristig das Schlimmste bereits hinter sich haben oder nur eine Zwischenerholung vor einem – laut Marktstrategen nicht ungewöhnlichen – zweiten Rutsch vollziehen, bleibt allerdings offen.

Rückkehr zur Börsennormalität

Anleger sollten sich auf weiterhin größere Kursschwankungen gefasst machen. Die ungewöhnlich lange Phase niedriger Volatilität der Börsen weltweit sei vorbei, schrieben die Experten der Privatbank Merck Finck. Normalität kehre zurück und damit auch wieder spürbare, aber überschaubare Kursausschläge. Insgesamt bleiben Marktstrategen aber zuversichtlich.

So ist laut dem Analysten Christian Kahler von der DZ Bank eine Gegenbewegung nach dem starken Anstieg überfällig gewesen, wenngleich das Ausmaß auch angesichts der Wirtschaftsperspektiven übertrieben erscheine. Seit dem Rekordhoch bei 13.596 Punkten im Januar hat der Dax rund 10 Prozent verloren.

Sorge um steigende Zinsen

Gekippt war die Stimmung zuletzt nach starken US-Wirtschaftsdaten, die Ängste vor einer schneller als erwartet anziehenden Inflation genährt hatten. Das würde die US-Notenbank zwingen, die Leitzinsen schneller als geplant zu erhöhen, um die Preissteigerung zu dämpfen. Steigende Zinsen gefallen Investoren aber nicht – sie verteuern neue Kredite und könnten so das Wachstum hemmen. Außerdem werden Alternativen zu Aktien, etwa Anleihen, als Investment tendenziell attraktiver.

Die anfangs moderaten Kursverluste hatten sich dann in einem selbstverstärkenden Prozess beschleunigt, nachdem wichtige Unterstützungszonen der großen Aktienindizes gefallen waren. Um solche Marken herum platzieren Investoren in der Regel automatisierte Verkaufsaufträge, um Positionen abzusichern. Werden diese ausgelöst, gewinnt die Talfahrt vorübergehend an Schwung.

Vorsicht ist angebracht

Auch wenn sich laut dem Marktstrategen Markus Reinwand von der Landesbank Helaba “bei Euro-Aktien durch die jüngsten Kursabschläge die akute Überhitzung abgebaut hat”, bleibe die Lage angespannt. Risiken berge vor allem die noch immer zu hohe Bewertung der US-Leitindizes. Hier sei die Bereinigung vermutlich noch nicht abgeschlossen. Vorsicht sei angebracht, auch wenn der Rückschlag für mittelfristig orientierte Anleger durchaus einige Chancen biete.

Die Sorgen in puncto Zinsanstieg, die als Auslöser des Börsenbebens gelten, will Christian Kahler von der DZ Bank aber nicht überbewerten. “Der Blick in die Historie zeigt, dass Aktienmärkte ab einem US-Renditeniveau um vier bis fünf Prozent zu Schwächephasen neigen. Dies ist ein Bereich, welchen wir auf Sicht der nächsten Jahre nicht erwarten.” Aktuell rentieren zehnjährige US-Anleihen mit etwa 2,84 Prozent.

Konjunktur- und Unternehmensdaten

Dennoch dürften Investoren in der neuen Woche ganz genau auf Signale zur Inflationsentwicklung achten. So stehen Verbraucherpreisdaten aus Großbritannien (Dienstag) und den USA sowie Deutschland (jeweils Mittwoch) auf der Agenda. Daneben interessieren vor allem Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum, den US-Einzelhandelsumsätzen sowie Signale zur Stimmung der US-Verbraucher.

Auf Unternehmensseite dürfte abermals die Quartalsberichtssaison für Impulse sorgen. Zum Wochenstart öffnet der Medizintechnikanbieter Carl Zeiss Meditec seine Bücher. Am Dienstag folgen dann unter anderem der Kupferkonzern Aurubis und der Handelskonzern Metro. Zur Wochenmitte richten sich die Blicke auf den Industriekonzern Thyssenkrupp und dessen Entwicklung im ersten Geschäftsquartal 2017/18.

In den beiden Tagen vor dem Wochenende legen dann noch der Flugzeugbauer Airbus sowie der Versicherer Allianz Geschäftsberichte vor. Zudem gibt es vom Autobauer Volkswagen Auslieferungszahlen für Januar.

onvista/dpa-AFX
Foto: Deutsche Börse

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