Warum steigt eigentlich die Nordex-Aktie trotz vieler Aufträge und einem Wachstumsmarkt einfach nicht?

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Warum steigt eigentlich die Nordex-Aktie trotz vieler Aufträge und einem Wachstumsmarkt einfach nicht?

Wenn man das Umfeld und die Zukunftsperspektiven der Windbranche betrachtet, sollte die Nordex-Aktie eigentlich stark steigen. So wird sich der Ausbau der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren unverändert stark fortsetzen und er wird zudem oft staatlich gefördert.

Selbst in Deutschland konnten sich die Politiker zuletzt auf einen Kompromiss einigen. Mehr Potenzial besitzt die Branche allerdings im Offshore-Bereich (auf dem Meer), da Windräder hier am wenigsten stören.

Neuer Innogy-Auftrag aus Deutschland

In Deutschland erhielt Nordex zuletzt einen Auftrag über sechs Anlagen mit einer Kapazität von 27 Megawatt von Innogy. Er bezieht sich auf den Windpark „Jüchen A44n“ in Nordrhein-Westfalen. Der Bau wurde bereits im April 2020 begonnen und soll innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Innogy und Nordex arbeiten bereits seit Oktober 2018 auf Basis einer Kooperation zusammen, sodass zukünftig noch weitere Aufträge folgen könnten.

Nordex mit gutem ersten Quartal 2020

Auch im ersten Quartal 2020 durfte Nordex viele Aufträge abarbeiten und steigerte so seinen Umsatz von 398,9 auf 964,6 Mio. Euro. Das Unternehmen installierte insgesamt 269 Windanlagen, während es im Vorjahresquartal nur 84 waren. Aktuell scheint Europa sogar ein Wachstumsmarkt für Windenergie zu sein, denn hier wurde 60 % der Leistung installiert.

Das Servicesegment profitierte ebenfalls und steigerte seinen Umsatz von 87,4 auf 102 Mio. Euro. Der für die Zukunft wichtige Auftragseingang im Bereich Projekte legte ebenfalls von 810,2 auf 1.184,6 Mio. Euro zu. Der Auftragsbestand der Projekte betrug somit Ende März 2020 5,8 Mrd. Euro gegenüber 4,4 Mrd. Euro im Vorjahr und verbesserte sich auch im Segment Services von 2,2 auf 2,6 Mrd. Euro.

Aber warum kann die Aktie einfach nicht davon profitieren?

Wahrscheinlich hoffen einige Aktionäre schon seit sehr langer Zeit auf einen deutlichen Anstieg der Nordex-Aktie. Auch vor zwei Jahrzehnten galt die Branche als großer Wachstumsbereich, was er letztendlich auch war. Nordex konnte seine Umsätze und Aufträge immer weiter steigern. Allein seit 2010 verbesserte sich der Umsatz von 1.008 auf 3.285 Euro. Aber warum kommt davon nichts bei den Aktionären an?

Gewinne und Cashflows

Die Antwort lässt sich in den Kennzahlen finden, die für jedes Unternehmen entscheidend sind, nämlich im Gewinn und Cashflow. Lag das Ergebnis 2010 bei 21 Mio. Euro, betrug es im letzten Jahr -73 Mio. Euro. Ähnliches lässt sich zum Cashflow sagen. 2010 betrug er 20 und im vergangenen Jahr gerade einmal 38 Mio. Euro.

Wenn die Ergebnisse nicht mit den Umsätzen steigen, kann das Eigenkapital keine Substanz ansetzen und somit bleibt der Innere Wert permanent unverändert. Dies ist das wesentliche Problem der Nordex-Aktie.

Sachinvestitionen

Grund für diese niedrigen, kaum steigenden Gewinne sind die hohen Sachinvestitionen. Sie führen am Ende auch dazu, dass die Bilanz nie richtig stark wird. Bei Nordex hat die Eigenkapitalquote seit 2010 sogar noch weiter auf heute 17,3 % abgenommen. Achte einmal darauf oder vergleiche Unternehmen mit geringen und hohen Sachinvestitionen. Du wirst einen deutlichen Unterschied in deren Aktienentwicklung feststellen.

Wenn dann wie aktuell auch noch eine Krise hinzukommt, kann die Existenz schnell in Bedrohung geraten. „In den letzten Tagen des Quartals bekamen wir dann die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu spüren. In der Folge kam es immer wieder zu Unterbrechungen unserer Lieferkette und der Produktion, die auch jetzt noch andauern. Da derzeit die Voraussetzungen für eine realistische und verlässliche Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung für das Geschäftsjahr 2020 nicht mehr gegeben sind, haben wir unsere Prognose zurückgenommen“, so der Vorstandsvorsitzende José Luis Blanco.

Nordex hat allerdings Glück und besitzt mit Acciona seit einiger Zeit einen Großinvestor, der dem Unternehmen über die schwierige Phase hinweghelfen sollte.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Foto: Getty Images

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03.07.2020, 17:35, Xetra

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