Wasserstoff-Aktien: Der Wahnsinn scheint kein Ende zu nehmen – Die Aktien von Ballard Power, PowerCell, ITM Power und Nel gehen weiter voll durch die Decke à la Tesla und Beyond Meat

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Der Hype um Wasserstoff scheint einfach kein Ende nehmen zu. Seit Anfang des Jahres haben sich die Aktien von ITM Power, McPhy Energy und PowerCell schon wieder mehr als verdoppelt. Und es ist gerade einmal Mitte Februar und nicht Mitte November oder Dezember.

Wasserstoff-Aktien: Der Wahnsinn scheint kein Ende zu nehmen – Die Aktien von Ballard Power, PowerCell, ITM Power und Nel gehen weiter voll durch die Decke à la Tesla und Beyond Meat

Die Aktie von Ballard Power ist ohne größere Nachricht bereits am Dienstag gegen den Trend 10 Prozent in die Höhe gesprungen und heute legt das Papier erneut um fast 10 Prozent zu. Damit schießt der Kurs auf ein weiteres Mehrjahreshoch. Ballard Power kommt damit mittlerweile auf eine Bewertung von über 3 Milliarden Dollar. Und dass, ohne profitabel zu arbeiten. Ein Fakt, der übrigens auf die meisten Vertreter der Branche zutrifft.

Auf die Bewertungen darf man nicht mehr schauen!

Anleger dürften mittlerweile mit dem Problem vertraut sein. KGV oder Marktkapitalisiserung spielen bei manchen Aktien keine großartige Rolle mehr. Gut, bei den Wasserstoffwerten kann das Kurs-Gewinn-Verhältnis eh nicht zu Rate gezogen werden, da in den meisten Fällen noch keine Gewinne geschrieben werden. Investoren, die den Börsenwert der einzelnen Vertreter aus der Branche als Anlagekriterium verwenden, dürften schon seit geraumer Zeit die Finger von den Aktien lassen. Aber bis jetzt wäre das ein Fehler gewesen.

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Tesla und Beyond Meat haben es vor gemacht

Die beiden Pioniere ihrer Branche sind wohl die Vorreiter für Aktien, die zunächst fast ausschließlich von der Fantasie getrieben werden. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Als die Beyond Meat-Aktie sich jenseits von Gut und Böse bewegte, da hoben die Analysten mahnend den Finger. Als Tesla in schwindelerregende Höhen vordrang, was auch zu einem guten Teil einem Short-Squezze geschuldet war, da kamen nicht sehr viele warnende Worte an die Anlegerschaft. Eher das Gegenteil war der Fall: Die Analysten zogen alle fleißig ihre Kursziele hinter der Kursexplosion hinterher. So wie heute Piper Sandler. Die haben die Höchstmarke für den Kurs heute bei 928 Dollar festgelegt und die Tesla-Aktie schießt wieder über 7 Prozent in die Höhe.

Selbst die Experten bei Morgan Stanley, welche zuletzt immer eher der Fraktion der Bären bei Tesla angehörten, können sich mittleiweile Kurse von über 1.000 Dollar durchaus vorstellen. Daher ist Tesla aktuell in etwa genauso viel Wert wie VW und BMW zusammen und es ist gut möglich, dass die Anleger die Runde Marke von 1.000 Dollar bei dem kalifornischen Autobauer jetzt auch sehen wollen.

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Wasserstoff-Werte noch etwas zu klein

Die wirklich großen Adressen in der Analysten-Gilde haben die Werte aus der Wasserstoff-Branche noch gar nicht so richtig auf dem Zettel. Dafür sind sie noch ein wenig zu klein, obwohl sie gemessen am Verhältnis von Umsatz und Bewertung schon richtige Riesen sind. Damit sind die Werte für Anleger natürlich noch etwas schwerer zu greifen. Dafür macht die Politik fleißig Werbung für Wasserstoff.

Bundesregierung will Vorreiterrolle einnehmen

Umweltministerin Svenja Schulze will den Ersatz fossiler Kraft- und Brennstoffe durch klimafreundliche Stoffe auf Wasserstoff-Basis mit Quoten und Förderprogrammen in Gang bringen. Die SPD-Politikerin schlug Anfang der Woche im „Handelsblatt“ unter anderem für den Flugverkehr bis 2030 eine Quote von zwei Prozent für synthetische Kraftstoffe vor, die mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden – aus sogenanntem grünen Wasserstoff. „Das sichert eine garantierte Abnahme zu stabilen Preisen“, sagte sie der Zeitung. Die Auswirkung auf die Preise halte sie für „überschaubar“.

Zudem sprach Schulze sich dafür aus, von 2021 an jährlich die Produktion von 5000 Tonnen grünem Wasserstoff auszuschreiben. „Wer den Wasserstoff zu den niedrigsten Kosten herstellt, bekommt den Zuschlag“, erklärte sie. Die Menge könne Jahr für Jahr bis 2030 um jeweils 5000 Tonnen steigen. Der Bund solle auch selbst als „zuverlässiger Abnehmer“ die Nachfrage anschieben, etwa über die Marine und die Luftwaffe, sagte Schulze weiter.

Die Luftverkehrsbranche zeigte sich offen für den Einsatz klimafreundlicherer Kraftstoffe. „Beimischungsverpflichtungen können aber nur dann eine Option sein, wenn überhaupt genügend Kraftstoff zu Verfügung steht und wenn sie für die im internationalen Wettbewerb stehenden Fluggesellschaften wettbewerbsneutral sind“, betonte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BDL, Matthias von Randow. Das sei derzeit nicht der Fall.

Die Bundesregierung arbeitet unter Federführung von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an einer nationalen Wasserstoffstrategie. Eigentlich sollte sie schon Ende 2019 vorliegen, wird aber laut Ministerium in der Bundesregierung noch abgestimmt. Umstritten ist unter anderem, wo synthetische Kraftstoffe in welchem Maße zum Einsatz kommen sollen und welche Rolle Importe spielen sollen. Für die Herstellung aus erneuerbaren Energien würde sehr viel mehr Ökostrom benötigt, als derzeit in Deutschland produziert wird. Wasserstoff gilt als zentraler Baustein für das Ziel, 2050 unterm Strich keine Treibhausgase mehr auszustoßen.

Aussichten bleiben gut

Politik und Kurse machen immer mehr aufmerksam auf die Vertreter der Branche. Große Adressen wie Linde oder Bosch haben sich mittlerweile an ihren persönlichen Favoriten aus der Branche beteiligt. Daher könnte der Hype in der Branche noch ein Stück weiter gehen, auch wenn die Bewertung nicht mehr mit normalen Kriterien zu rechtfertigen sind. Anleger, die jetzt auf den Trend noch aufspringen wollen,  sollten allerdings immer im Hinterkopf haben: Die meisten Unternehmen arbeiten nicht profitabel und bleiben daher Aktien hochriskante Spekulationen.

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Von Markus Weingran

Foto: petrmalinak / Shutterstock.com

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