Inflation! Wann knickt die Bank of Japan ein?

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Seit dem Platzen einer gigantischen Immobilienblase Ende der 1980er Jahre - damals war das Grundstück des Kaiserpalastes in Tokio zeitweise mehr Wert als der Bundesstaat Kalifornien - befand sich Japan bis auf wenige Ausnahmen in einer deflationären Phase. Diese scheint nun definitiv vorbei zu sein.

Inflation zieht an

Auch das Land der aufgehenden Sonne kann sich den globalen inflationären Tendenzen nicht entziehen, wie ein Blick auf die Inflationsrate unschwer belegt. Diese zog auch in Japan in den vergangenen Monaten deutlich an. Heute morgen wurde die Kerninflation für die Region Tokio mit +3,6 Prozent im Jahresvergleich vermeldet, erwartet wurde +3,5 Prozent nach 3,4 im Vormonat.

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Die Bank of Japan betrachtet die anziehende Konsumgüterinflation allerdings lediglich als nur "vorübergehend" (transitory) und rechnet Mitte des kommenden Fiskaljahres (beginnt ab April) wieder mit einem Rückgang der Konsumentenpreise.

Seit 2016 ist der Leitzins in Japan negativ (-0,1 Prozent) und die Bank of Japan macht bislang keinerlei Anstalten, dies zu ändern.

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"Transitory" kommt ihnen bekannt vor? Richtig! Den gleichen Begriff hatte Fed-Chef Powell für die anziehende Konsumgüterpreisinflation in den USA vor gut anderthalb Jahren verwendet. Was danach kam ist bekannt.

Hat USD/JPY das Jahreshoch gesehen?

Der Yen kannte seit Jahresbeginn nur eine Richtung: Südwärts (USD/JPY steigt). Dabei stieg USD/JPY im Oktober auf den höchsten Stand seit über 30 Jahren. Seitdem hat das Paar allerdings zwischenzeitlich bereits schon wieder über 1.200 Pips an Wert verloren.

Sollte die Inflation in Japan weiter stärker als erwartet ansteigen, dürfte auch die BoJ nicht umhin kommen, früher oder später ihre ultra-expansive Geldpolitik aufzugeben. Davon dürfte der Yen entsprechend profitieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Hoch von Mitte Oktober um 152 JPY ein markanter Hochpunkt bleibt, ist somit relativ hoch. 

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