Europas Anleger weiter im Rückwärtsgang unterwegs

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Frankfurt (Reuters) - Vor wichtigen Inflations- und Konjunkturdaten ziehen sich weitere Anleger von Europas Börsen zurück.

Nach dem mauen Wochenstart gab der Dax am Dienstag um bis zu 0,3 Prozent auf 15.915 Punkte nach. Der EuroStoxx50 büßte in der Spitze um 0,6 Prozent auf 4328 Zähler ein. "Ohne gute Nachrichten in Form positiver Wirtschaftsdaten wird es für den Dax schwer, kurzfristig wieder über die 16.000 zu springen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Das Augenmerk der Investoren richte sich vor allem auf die Inflationsdaten aus der Euro-Zone sowie Konsumdaten aus den USA, ein bevorzugtes Kriterium der Fed zur Bestimmung der Inflation, sagte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Anleger erhoffen sich, daraus Rückschlüsse auf den künftigen Zinskurs der Notenbanken ziehen zu können.

INFLATION BLEIBT IM FOKUS

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zum Wochenstart angesichts weiterhin bestehender Unsicherheiten vor verfrühten Siegesfeiern im Kampf gegen die Inflation gewarnt. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel warnte davor, zu schnell die Zinsen im Euroraum wieder zu senken. Die Inflation sei in den vergangenen Monaten zwar deutlich zurückgegangen, doch es sei keine ausgemachte Sache, dass sich dieser Rückgang fortsetzen werde.

Auf dem Devisenmarkt legte der Dollar-Index um 0,1 Prozent auf 103,23 Punkte zu. Spekulationen auf ein Ende des Zinserhöhungskurses der Fed hatte die Weltleitwährung im November rund drei Prozent nach unten gedrückt. Der Euro notierte am Dienstag um 0,1 Prozent schwächer bei 1,0947 Dollar.

RWE SPRINGT AN DAX-SPITZE

Bei den Einzelwerten sprang RWE nach Ankündigungen auf dem Kapitalmarkttag des Konzerns um bis zu rund vier Prozent nach oben an die Spitze des Dax. Das Tempo beim Ausbau des Ökostromgeschäfts will Deutschlands größter Energieversorger deutlich steigern. Das bereinigte Ebitda solle im Geschäftsjahr 2030 auf über neun Milliarden Euro verbessert werden. Die Dividende will RWE jährlich um fünf bis zehn Prozent erhöhen. Analysten von Bernstein konstatierten, die Botschaft des Kapitalmarkttages unterstütze die "Outperform-These zu RWE und liefert Beweise für ein nachhaltiges Wachstum der erneuerbaren Energien zu attraktiven Renditen".

Die Aussicht auf deutlich höhere Profite trieb auch Rolls-Royce an. Der Triebwerkshersteller stieg in London um bis zu 7,5 Prozent auf ein Vier-Jahres-Hoch. Rolls-Royce will deutlich profitabler werden. Allein die Rendite im Geschäft mit Triebwerken für Verkehrsflugzeuge soll auf 15 bis 17 Prozent steigen; im vergangenen Jahr war Rolls-Royce hier gerade auf 2,5 Prozent gekommen.

(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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