Axel Springer und andere verklagen Google auf 2,1 Mrd Euro

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Brüssel/Frankfurt/Berlin (Reuters) - Dutzende Medienfirmen um Axel Springer verklagen Google und werfen dem US-Technologieriesen wettbewerbswidriges Verhalten bei Online-Werbung vor.

Zum Ausgleich entstandener Verluste solle der Internet-Konzern 2,1 Milliarden Euro zahlen, teilten die Anwaltskanzleien der Kläger, Geradin Partners sowie Stek, am Mittwoch mit. "Ohne den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch Google hätten die Medienunternehmen deutlich höhere Werbeeinnahmen erzielt und niedrigere Gebühren für Dienstleistungen rund um Online-Werbung gezahlt. Diese Mittel hätten in die Stärkung der europäischen Medienlandschaft reinvestiert werden können."

Axel Springer, der Herausgeber von "Bild" und "Welt", trat nach eigenen Angaben der Initiative bei, um sich mit den anderen Verlagen "für ein faires Wettbewerbsumfeld einzusetzen". Um ihre Forderungen zu untermauern, verwiesen die mehr als 30 klagenden Unternehmen aus 17 europäischen Ländern auf eine 220 Millionen Euro schwere Strafe, die Frankreich Google 2021 wegen Fehlverhalten im Geschäft mit Werbetechnologie ("Ad Tech") aufgebrummt hatte. Die Europäische Union (EU) denkt zudem darüber nach, die Alphabet-Tochter zum Verkauf dieser Sparte zu zwingen. Das Unternehmen hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die Klage vor einem Gericht in Amsterdam wies Google ebenfalls zurück und bezeichnete sie als spekulativ und opportunistisch. "Google arbeitet konstruktiv mit Verlagen in ganz Europa zusammen", erklärte der US-Konzern. Die Werbetools passten sich in Zusammenarbeit mit denselben Verlagen an und entwickeln sich weiter.

Google machte 2022 mit Online-Werbung einen Umsatz von 224,5 Milliarden Dollar. Das waren knapp 80 Prozent der Erlöse des Gesamtkonzerns. Experten zufolge landen weltweit etwa 28 Prozent sämtlicher Ausgaben für Internet-Anzeigen in den Taschen von Google.

Zu den Klägern gehören neben Springer und Burda etwa "Der Standard", "Kurier" und "Krone" aus Österreich, der Ringier-Verlag aus der Schweiz, Schibsted aus Norwegen und Sanoma aus Finnland.

(Bericht von Foo Yun Chee, Mitarbeit von Klaus Lauer und Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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