Nordmazedoniens neuer Regierungschef schürt Sorgen vor weiterem Namensstreit

Skopje (Reuters) - Nach Rechtsruck bei den jüngsten Wahlen in Nordmazedonien hat das neue Parlament in Skopje am Sonntag eine Koalitionsregierung unter Führung der nationalistischen Partei VMRO-DPMNE gebilligt.
Der neue Ministerpräsident Hristijan Mickoski bekannte sich in seiner Antrittsrede zu einer weiteren Annäherung an die EU und zu einer Unterstützung der Ukraine im Krieg mit Russland. Doch zugleich schürte der VMRO-DPMNE-Chef mit einer wiederholten Verwendung der alten Landesbezeichnung Mazedonien Sorgen vor einer Verschärfung des wieder aufgeflammten Namensstreits mit dem Nachbarn Griechenland.
Die bisherige Oppositionspartei VMRO-DPMNE hatte Anfang Mai sowohl die Parlaments- als auch die Präsidentschaftswahl gewonnen. Das Parlament, dem 120 Abgeordnete angehören, billigte am Sonntag mit 76 Ja-Stimmen gegen 22 Nein-Stimmen die Regierungskoalition der VMRO-DPMNE, eines Bündnisses ethnischer Albaner und einer von ethnischen Mazedoniern geprägten sozialdemokratischen Partei.
Die neu gewählte Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova, die von der VMRO-DPMNE unterstützt wurde, hatte bereits bei ihrer Vereidigung den alten Landesnamen Mazedonien verwendet und damit den Zorn Griechenlands auf sich gezogen, das den Namen allein für eine nordgriechische Provinz reklamiert. 2018 hatte die damalige Regierung in Skopje eine Namensänderung in Nordmazedonien akzeptiert, die 2019 in Kraft trat. Im Gegenzug hatte Griechenland seinen Widerstand gegen eine EU-Aufnahme seines Nachbarn aufgegeben.
(Bericht von Fatos Bytyci, geschrieben von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)