Weiter Druck auf Biden in Rückzugs-Debatte - "Die Uhr tickt"

Reuters · Uhr

Philadelphia (Reuters) - In den USA steht Präsident Joe Biden nach dem verpatzten TV-Duell mit Donald Trump weiter unter dem Druck aus den eigenen Reihen, seine Wiederwahl-Pläne zu überdenken.

Die kommende Woche sei entscheidend, sagte der demokratische Senator Chris Murphy am Sonntag dem Sender CNN. Die Uhr ticke. "Ich denke, der Präsident muss mehr tun." Der Abgeordnete Adam Schiff sagte dem Sender NBC, Biden müsse schnell handeln, um Bedenken auszuräumen. Dieser hatte zuletzt am Samstag in einer E-Mail Forderungen nach einem Rückzug als "Unsinn" zurückgewiesen. Ein Interview Bidens mit dem Sender ABC News am Freitag trug wenig dazu bei, Bedenken von Kritikern und Spendern zu zerstreuen.

Fünf Abgeordnete haben Biden bereits aufgefordert, seine Kandidatur zu beenden, darunter Angie Craig aus Minnesota. Nach dem TV-Duell mit Trump und einer fehlenden energischen Antwort Bidens darauf glaube sie nicht, dass Biden einen effektiven Wahlkampf führen und gegen Donald Trump gewinnen könne, hatte sie erklärt. Am Sonntag forderte Alan Clendenin vom Demokratischen Nationalkomitee (DNC) Biden zum Rückzug auf. "Joe Biden wird den Historikern als einer der besten Präsidenten der US-Geschichte in Erinnerung bleiben, aber bei dieser Wahl geht es um die nächsten vier Jahre, nicht um die letzten dreieinhalb", sagte Clendenin. Das DNC hat Biden auch nach dem TV-Duell unterstützt.

Unter den Demokraten im Repräsentantenhaus kursieren Insidern zufolge zudem zwei Briefe, in denen Biden zum Rückzug aufgefordert wird. In den kommenden Tagen könnte der Druck zunehmen, wenn die Abgeordneten nach einer Ferienpause nach Washington zurückkehren und Sponsoren über die weitere Finanzierung von Bidens Kampagne entscheiden.

Biden hatte am Freitag in einem ABC-Interview gesagt, er glaube nicht, dass jemand besser qualifiziert sei, Trump zu schlagen. Umfragen, die wachsende Sorgen seiner Parteifreunde spiegeln, seien ungenau. Nach einer Erhebung von Reuters/Ipsos möchte jeder dritte Anhänger der Demokraten Biden auffordern, das Rennen aufzugeben. Mehrere einflussreiche Spender und Geschäftsleute haben ihren Unmut bereits öffentlich geäußert. Sie drohen damit, die Finanzierung der Wahlkampagne stoppen. Im Fall eines Rückzugs von Biden gilt bei vielen Demokraten Vizepräsidentin Kamala Harris als wahrscheinlichste Kandidatin für die Wahl am 5. November.

(Bericht von Andrea Shalal, unter Mitarbeit von Moira Warburton und Doina Chiacu. Geschrieben von Ralf Bode, redigiert von Reinhard Becker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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