Dax gibt nach - Mercedes-Aktie nach Abstufung deutlich im Minus

Anleger haben am Dienstag enttäuscht auf die Rede des US-Notenbankpräsidenten vor dem US-Kongress reagiert. Erneut gab es keine klaren Signale für baldige Zinssenkungen. Das entmutigte, denn an den Märkten werden zwei Zinsschritte nach unten erwartet, beginnend im September. Doch Jerome Powell gab keine Hinweise, dass sich eine solche Hoffnung erfüllen könnte.
Der bereits zuvor schwächelnde Dax reagierte mit weiteren Verlusten. Letztlich stand ein Minus von 1,3 Prozent auf 18.236 Punkte zu Buche. Dabei sackte der deutsche Leitindex unter die viel beachtete 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend angibt und fand erst knapp oberhalb der 100-Tagelinie Halt. Diese Trendlinie für den Dax-Verlauf auf mittelfristige Sicht verläuft derzeit knapp unter 18.160 Punkten.
Der MDax, der Index für die mittelgroßen Unternehmen, gab um 1,2 Prozent auf 25.252 Punkte nach. Europaweit wurden ebenfalls teils deutliche Verluste verbucht, während in den USA zwar die Nasdaq-Börse und der S&P 500 ihren Rekordlauf mit kleinen Schritten fortsetzten, der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial aber leicht nachgab.
Bank of America stuft Mercedes-Aktien ab
Größter Verlierer im Dax waren am heutigen Tag die Aktien von Mercedes-Benz mit minus 3,4 Prozent. Das Investmenthaus Bank of America hat die Papiere des Autoherstellers auf "Underperform" gesenkt. Analyst Horst Schneider von der Bank of Amerika sorgt sich laut einem am Dienstag vorliegenden Kommentar um den Modellzyklus der Stuttgarter und folglich die Ergebnisse der kommenden Jahre. Das Durchschnittsalter der Mercedes-Flotte steige im Vergleich zur Konkurrenz, so Schneider. Zudem ist er recht skeptisch für den Absatz im Top-Segment. Der Ergebniskonsens dürfte seiner Einschätzung nach um zehn bis 15 Prozent korrigieren.
BMW-Aktien steigen dank Kaufempfehlung von HSBC
Konkurrent BMW erging es im Dienstagshandel besser. Die Stammaktie der Münchner stiege gegen den schwachen Autosektortrend um 0,7 Prozent. Das reichte im Dax für Platz drei. Dem Kurs half eine Kaufempfehlung der Großbank HSBC. Analyst Michael Tyndall fällte in einer Studie über die europäische Autobranche ein besonders positives Urteil über die Aktie.
BMW empfiehlt er vor allem nach der Kursschwäche der vergangenen Monate zum Kauf mit einem leicht auf 109 Euro gesenkten Kursziel. Die Marktsorgen seien inzwischen über Gebühr eingepreist und zugleich sei bei BMW eine konstante Leistung zu erwarten, was die Aktie attraktiv mache. (mit Material von dpa-AFX)