EU prüft Kartellverdacht gegen Delivery Hero und Tochter Glovo

Brüssel (Reuters) - Die EU-Wettbewerbshüter haben eine Untersuchung gegen Delivery Hero wegen mutmaßlich wettbewerbswidriger Praktiken eingeleitet.
Die Behörde habe den Verdacht, dass der Essenslieferant und seine spanische Tochter Glovo an einem Kartell beteiligt seien, teilte die Europäische Kommission am Dienstag mit. Demnach hätten die beiden Firmen womöglich Märkte untereinander aufgeteilt. Die Kartellwächter untersuchten außerdem angebliche Abwerbeverbote und den Austausch wirtschaftlich sensibler Daten. Die Prüfung beziehe sich auf den Zeitraum, bevor Delivery Hero im Jahr 2022 vollständig Eigentümer von Glovo wurde. "Der Online-Essensliefermarkt ist ein schnell wachsender Sektor, in dem wir den Wettbewerb schützen müssen", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.
Delivery Hero verwies in einer Stellungnahme auf die zunächst geltende Unschuldsvermutung: "Die Einleitung eines förmlichen Prüfverfahrens bedeutet nicht, dass die Europäische Kommission zu dem Schluss gekommen ist, dass ein tatsächlicher Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht stattgefunden hat". Angesichts der drohenden Buße von mehr als 400 Millionen Euro hatte das Unternehmen bereits Anfang Juli angekündigt, eine bereits gebildete Rückstellung deutlich zu erhöhen. Bei Verstößen gegen das EU-Kartellrecht drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens.
(Bericht von Foo Yun Chee, geschrieben von Philipp Krach. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)