170 Millionen Euro werden abgeschrieben

Wirecard-Abschreibung belastet Santander-Zahlen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: ThomasAFink/Shutterstock.com

Das Aus für das ehemalige Kerngeschäft von Wirecard trübt die Quartalsbilanz der spanischen Großbank Santander nur leicht.

Die Bank schreibt 170 Millionen Euro auf das Deutschland-Geschäft der Zahlungsverkehrs-Tochter Pagonxt ab, dessen Schließung sie Mitte Juni verkündet hatte. Dahinter steckt ein Teil des 2020 zusammengebrochenen Zahlungsabwicklers Wirecard, den Santander 2021 für gut 100 Millionen Euro zusammen mit 500 Mitarbeitern vom Insolvenzverwalter übernommen hatte. Doch der Erfolg blieb aus, 380 Mitarbeiter in Deutschland sowie 150 in Dubai und im indischen Chennai verlieren ihren Job. Das drückte die Zahlungsverkehrs-Sparte von Santander im Quartal in die roten Zahlen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

Dank des stark wachsenden Privatkundengeschäfts in Spanien und Brasilien steigerte Santander den Nettogewinn von April bis Juni aber um ein Fünftel auf den Rekordwert von 3,21 Milliarden Euro. Gleichzeitig hob die Bank die Renditeprognose an: Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (RoTE) soll in diesem Jahr über den bisher geplanten 16 Prozent liegen. In der ersten Jahreshälfte verbesserte sie sich auf 15,9 (Vorjahr: 14,5) Prozent. Die Erlöse schnellten im Quartal um fast zehn Prozent auf 15,7 Milliarden Euro, stärker als von Analysten erwartet. Auch für das Gesamtjahr rechnet Santander nun mit hohen (bisher: mittleren) einstelligen Zuwachsraten.

Dabei steckte die Bank neben Wirecard auch ein schwächelndes Geschäft in Großbritannien und die bilanziellen Folgen der Hyperinflation in Argentinien weg, deretwegen der Zinsüberschuss nur um sieben Prozent auf 11,5 Milliarden Euro stieg. Die Abwertung des Peso belastete den Zinsüberschuss mit 761 Millionen.

Santander profitiert im Privatkundengeschäft von höheren Margen. Die Sparte trägt von allen fünf Einheiten der Bank den größten Teil zum Gewinn bei. Im zweiten Quartal stieg der Nettogewinn in der Privatkunden-Sparte allein um 49 Prozent. Dabei seien die Kosten seit vier Quartalen weitgehend stabil, betonte Vorstandschefin Ana Botin.

(Bericht von Jesús Aguado, geschrieben von Patricia Weiß und Alexander Hübner; redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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