Umfrage - Talfahrt der deutschen Industrie beschleunigt sich im Juli

Der Abschwung in der deutschen Industrie hat sich laut einer Umfrage zu Beginn der zweiten Jahreshälfte leicht beschleunigt.
Der Einkaufsmanagerindex für den Wirtschaftszweig gab im Juli den zweiten Monat in Folge nach und notierte bei 43,2 Punkten nach 43,5 Zählern im Juni, wie der Finanzdienstleister S&P Global am Donnerstag zu seiner Firmenumfrage auf Basis endgültiger Daten mitteilte. In vorläufigen Zahlen war noch ein etwas niedrigerer Wert von 42,6 ermittelt worden. Das Barometer, bei dem Einkaufsmanager von Firmen die Geschäftsbedingungen beurteilen, wird an den Finanzmärkten als Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung stark beachtet. Es zeigt bei Werten über 50 ein Wachstum an.
Die Hauptursache für das erneute Absacken des Barometers war laut S&P Global ein stärkerer Rückgang der Produktion. Auch Neuaufträge und Beschäftigung gingen deutlicher zurück als im Vormonat. Dies spiegelte sich wiederum in den Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist wider, die weniger optimistisch ausfielen. Die Preise stabilisieren sich derweil zusehends. So fielen die Einkaufspreise nur moderat und so geringfügig wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Dazu gab es Berichte, dass höhere Frachtkosten die niedrigeren Rohstoffpreise teilweise aufgewogen haben.
Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal überraschend geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt sank von April bis Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Die Aussichten für einen Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte haben sich zuletzt eingetrübt. So sank der Ifo-Geschäftsklimaindex - der als wichtigster Frühindikator für Europas größte Volkswirtschaft gilt - im Juli bereits den dritten Monat in Folge. Dies gilt als schlechtes Omen für die Konjunkturentwicklung.