Zinswende in London - BoE senkt Schlüsselsatz erstmals seit Corona-Krise

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- von David Milliken

London (Reuters) - Leitzinswende in London: Die Bank of England (BoE) senkte am Donnerstag den geldpolitischen Schlüsselsatz um einen Viertelpunkt auf 5,0 Prozent.

Es war die erste Lockerung seit dem Frühjahr 2020, als die Notenbank auf die Corona-Krise reagierte. Die Entscheidung fiel nun mit fünf zu vier Stimmen im geldpolitischen Ausschuss denkbar knapp aus. Laut Zentralbankchef Andrew Bailey wird die BoE in Zukunft vorsichtig vorgehen: "Wir müssen sicherstellen, dass die Inflation niedrig bleibt, und darauf achten, die Zinssätze nicht zu schnell oder zu stark zu senken", erklärte er.

LBBW-Experte Dirk Chlench geht davon aus, dass die BoE im weiteren Jahresverlauf die Zinsschraube nur noch einmal lockern wird. Die Zentralbank hatte sie zwischen Dezember 2021 und August 2023 insgesamt 14 Mal angezogen und den Leitzins auf ein 16-Jahreshoch gehievt. Damit gelang es ihr weitgehend, die starke Teuerung auf der Insel zu zügeln. Doch geht die Notenbank davon aus, dass die Inflation gegen Jahresende wieder befeuert wird. Sie könnte wegen eines statistischen Basiseffekts im Zusammenhang mit den Energiepreisen auf 2,75 Prozent nach oben gehen.

Die Inflationsrate verharrte im Juni auf dem Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent. Damit ist sie niedriger als im Euroraum, wo die Teuerung zuletzt anzog und im Juli einen Wert von 2,6 Prozent erreichte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte angesichts der abebbenden Inflationswelle im Euroraum bereits im Juni die Zinswende vollzogen und dürfte nach Ansicht vieler Experten im September nachlegen. Die US-Notenbank könnte nächsten Monat ebenfalls die geldpolitischen Zügel lockern, falls die Inflationsgefahr nachlässt.

(Reporter: David Milliken, Andy Bruce and Suban Abdulla, geschrieben von Reinhard Becker; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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