Sozialhilfeausgaben im vergangenen Jahr um 18 Prozent gestiegen

Berlin (Reuters) - Die Ausgaben für Sozialhilfe in Deutschland sind im vergangenen Jahr um knapp ein Fünftel gestiegen.
Die Sozialhilfeträger zahlten 17,6 Milliarden Euro netto aus - ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zu 2022, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Ausgaben zogen demnach bei allen Leistungen der Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch (SGB XII) deutlich an. "Teilweise ist der Anstieg auch darauf zurückzuführen, dass 2022 die Ausgaben für die Hilfe zur Pflege als Folge der Pflegereform stark gesunken waren und damit die Sozialhilfeausgaben insgesamt niedriger lagen", hieß es. Im vergangenen Jahr stiegen die Zahlungen zur Hilfe zur Pflege wieder an, und zwar um 27,4 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro.
Der größte Anteil Sozialhilfeleistungen ging mit 57,2 Prozent auf die Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zurück: Auf diese Leistungen, die vollständig aus Erstattungsmitteln des Bundes an die Länder finanziert werden, entfielen nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales 10,1 Milliarden Euro. Sie erhöhten sich damit um 14,5 Prozent im Vergleich zu 2022. Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro ausgegeben (+16,4 Prozent). In die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten sowie die Hilfe in anderen Lebenslagen flossen zusammen rund 1,6 Milliarden Euro, was einem Plus von 17,9 Prozent entspricht.
Die Ausgaben der Eingliederungshilfe werden in einer eigenen Statistik erfasst: Danach wurden im vergangenen Jahr für die Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch IX netto insgesamt 25,4 Milliarden Euro ausgegeben. Das entspricht eine Steigerung um 9,4 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr, so das Statistische Bundesamt.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)