Spannungen in Venezuela nehmen zu - Zentrale der Opposition verwüstet

Caracas (Reuters) - Knapp eine Woche nach dem umstrittenen Ausgang der Präsidentenwahl in Venezuela nehmen die Spannungen in dem südamerikanischen Land zu.
Die oppositionelle Bewegung Vente Venezuela teilte am Freitag mit, in der Nacht sei ihre Zentrale in Caracas verwüstet worden. Sechs Vermummte hätten in der Nacht das Sicherheitspersonal überwältigt, die Räumlichkeiten verwüstet und Büromaterial mitgenommen. Gleichzeitig erklärte die Regierung des zum Wahlsieger ausgerufenen Präsidenten Nicolas Maduro, die USA hätten sich an die Spitze eines Putschversuchs gestellt.
Die Proteste begannen vergangenen Montag, nachdem die Wahlbehörde bekanntgegeben hatte, dass Maduro mit 51 Prozent der Stimmen eine dritte Amtszeit antreten kann. Die Opposition hat dagegen erklärt, ihr Kandidat Edmundo Gonzalez habe die meisten Stimmen bekommen und wirft der Regierung Wahlfälschung vor. Am Donnerstag haben die USA Gonzalez als Wahlsieger anerkannt. Zweifel am offiziellen Ausgang der Wahl haben neben der EU auch mehrere Länder der Region. Unter anderem Brasilien, Mexiko und Kolumbien haben die venezolanische Regierung aufgefordert, detaillierte Wahlergebnisse zu veröffentlichen.
Seit den Wahlen ist es im ganzen Land zu massiven Protesten gekommen. Nach Angaben von Human Rights Watch sind dabei mindestens 20 Menschen getötet worden. Maduro von der Sozialistischen Einheitspartei PSUV ist seit dem Tod seines Vorgängers und Mentors Hugo Chavez 2013 im Amt. Das Land mit reichen Erdölvorkommen steckt seit Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen und humanitären Krise. Millionen Venezolaner haben das Land auf der Flucht vor Armut und Korruption verlassen.
(Bericht von Vivian Sequera, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Reinhard Becker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)