Hamas pocht auf Umsetzung von Plan für Feuerpause und lehnt Verhandlungen ab

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Kairo (Reuters) - Die radikal-islamische Hamas pocht auf die Umsetzung des unter Beteiligung der USA ausgearbeiteten Plans für ein Ende der Kämpfe im Gazastreifen und lehnt Neuverhandlungen ab.

Ein Vertreter der palästinensischen Organisation wies am Dienstag einen CNN-Bericht zurück, nach dem Hamas-Unterhändler diesen Donnerstag an einer neuen Verhandlungsrunde teilnehmen würden. "Unsere Erklärung von neulich war eindeutig: Was wir brauchen, ist die Umsetzung, nicht weitere Verhandlungen", sagte der Hamas-Vertreter, der nicht namentlich erwähnt werden wollte, Reuters.

Die Hamas bezieht sich auf einen Ende Mai von US-Präsident Joe Biden gemachten Vorschlag für eine Waffenruhe in drei Schritten. Seither bemühen sich amerikanische und regionale Vermittler um eine Vereinbarung für einen Waffenstillstand im Gegenzug zur Freilassung israelischer Geiseln und palästinensischer Häftlinge. Allerdings hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wiederholt Vorbehalte gegen den Plan geäußert und Nachforderungen gestellt. Vor allem hält der Regierungschef am Ziel fest, die Hamas vollständig zu vernichten.

Am Montag hatte das US-Außenministerium erklärt, es gehe davon aus, dass die indirekten Gespräche zwischen Hamas und Israel mit Hilfe der Vermittler am Donnerstag fortgesetzt würden. Israel hat die Entsendung von Unterhändlern bereits zugesagt. Erschwert werden die Verhandlungen durch die gezielten Tötungen von Spitzenvertretern der Hamas, die Israel zugeschrieben werden. Unter anderem wurde der politische Chef der Hamas, Ismail Hanijeh, bei einem Anschlag in der iranischen Hauptstadt Teheran getötet. Hamas, die libanesische Hisbollah-Miliz und der Iran haben Vergeltung angekündigt.

Unterdessen setzt die israelische Armee ihre Vorstöße im Gazastreifen fort. Am Dienstag seien bei Luftangriffen 19 Palästinenser getötet worden, teilten Ärzte mit. Militär und Hamas sowie Islamischer Dschihad bestätigten, in mehreren Bereichen des Küstenstreifens seien beide Seiten in Gefechte verwickelt.

Rund zehn Monate dauert der Krieg an. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben fast 40.000 Menschen im Gazastreifen getötet. Im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem starben demnach mindestens 620 Palästinenser bei Einsätzen israelischer Sicherheitskräfte. Der Krieg wurde ausgelöst durch einen Angriff der Hamas auf israelisches Grenzgebiet am 7. Oktober. Dabei wurden nach israelischen Angaben rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 in den Gazastreifen verschleppt. Bislang sind nach israelischen Angaben über 300 Soldaten gefallen.

(Bericht von Nidal al-Mughrabi, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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