Verdacht auf Sabotage-Akt gegen Bundeswehr-Kaserne in Köln
Berlin (Reuters) - Wegen des Verdachts eines Sabotage-Akts ist eine Bundeswehr-Kaserne in Köln abgeriegelt worden.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden "Spiegel"-Bericht. Nach Angaben der Bundeswehr besteht der Verdacht, dass das Trinkwasser der Kaserne kontaminiert sein könnte. Auf dem Nato-Stützpunkt in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen wurde deswegen die Sicherheitsstufe erhöht, wie ein Sprecher der transatlantischen Allianz mitteilte.
Zunächst hatte es geheißen, dass der Stützpunkt in Geilenkirchen ebenfalls abgeriegelt worden sei. Dort sind Awacs-Aufklärungsflugzeuge stationiert. In der Bundeswehr-Kaserne in Köln-Wahn direkt am Flughafen Köln-Bonn befinden sich Teile der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums. Zudem sind dort höhere Kommandobehörden und insgesamt etwa 4300 Soldatinnen und Soldaten sowie 1200 zivile Angestellte stationiert.
Der Sprecher des Landeskommandos der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, Ulrich Fonrobert, sagte am Mittag, die Truppe nehme den Vorfall "sehr ernst". Man arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Eingeschaltet seien Polizei, Feldjäger, Militärischer Abschirmdienst MAD und der Staatsschutz. In der Nacht seien "abnorme Werte des Wassers" festgestellt worden. Daraufhin habe man ein Loch im Absperrungszaun der Kaserne in der Nähe der Wasseranlage entdeckt. Das Wasser werde noch untersucht. Fälle von Erkrankungen seien nicht festgestellt worden.
Die Kaserne sei am Morgen zunächst abgeriegelt worden, weil es die Vermutung gegeben habe, der oder die Täter könnten sich noch auf dem Gelände befinden, sagte Fonrobert weiter. Da dies nicht der Fall gewesen sei, sei die Kaserne am Mittag wieder geöffnet worden.
(Bericht von Sabine Siebold, Alexander Ratz; Redigiert von Kerstin Dörr; Bei Rückfragen wenden Sie sich an berlin.newsroom@tr.com)