Insider - Kapitän von untergegangener Lynch-Jacht unter Verdacht

Reuters · Uhr
Quelle: (c) Copyright Thomson Reuters 2024. Click For Restrictions - https://agency.reuters.com/en/copyright.html

Rom (Reuters) - Nach dem Tod des britischen Software-Unternehmers Mike Lynch und sechs weiterer Menschen beim Untergang einer Luxusjacht vor Sizilien wird einem Insider zufolge gegen den Kapitän ermittelt.

Aus Justizkreisen erfuhr Reuters, dass dem Neuseeländer James Cutfield Totschlag und Schiffsbruch vorgeworfen wird. Darüber hatten zuvor auch verschiedene italienische Tageszeitungen berichtet. Ein formelles Ermittlungsverfahren gibt es aber noch nicht. Nach dem Seerecht trägt der Kapitän die volle Verantwortung für das Schiff, die Mannschaft und alle Personen an Bord. Die Zeitung "La Repubblica" berichtete, die Behörden hätten Cutfield am Sonntag zum zweiten Mal befragt, mehr als zwei Stunden lang.

Die unter britischer Flagge fahrende "Bayesian" war vor einer Woche im Morgengrauen in einem Sturm gekentert und hatte sieben Menschen in den Tod gerissen. 15 Menschen überlebten das Unglück, darunter der Kapitän und acht weitere Crew-Mitglieder. "Die Bayesian war gebaut, um bei jedem Wetter in See zu stechen", sagte Schiffsarchitekt Franco Romani der Zeitung "La Stampa". Romani war am Bau der Jacht beteiligt. Wahrscheinlich sei das Schiff auf einer Seite mit Wasser vollgelaufen, auf der eine Luke offengelassen wurde. Romani sagte, die Crew habe das Unwetter offenbar unterschätzt. Sie hätte alle Luken schließen und den Anker lichten müssen, bevor der Sturm die Jacht erfasst habe.

Am Freitag hatten Rettungstaucher als letztes Opfer Hannah Lynch, die 18-jährige Tochter des Milliardärs, aus der in 50 Metern am Meeresgrund liegenden "Bayesian" geborgen. Mike Lynch wollte mit dem Segeltörn im Mittelmeer einen juristischen Erfolg feiern. Der Gründer der britischen Softwarefirma Autonomy war in Kalifornien von deren heutigem Eigentümer Hewlett-Packard verklagt worden, wurde aber im Juni freigesprochen. Mit auf dem Boot waren ein Banker von Morgan Stanley, der zu seinen Gunsten ausgesagt hatte, ein Anwalt, der Lynch in dem Prozess vertreten hatte, sowie deren Frauen. Sie alle kamen bei der Havarie um.

(Bericht von Wladimiro Pantaleone, Giulia Segreti und Giselda Vagnoni; geschrieben von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

onvista Premium-Artikel

onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!gestern, 15:36 Uhr · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation
Chartzeit Wochenausgabe vom 30.03.2025
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte30. März · onvista
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte

Das könnte dich auch interessieren

Aktien New York Ausblick
Trump schockt Anleger an der Wall Street mit Zöllenheute, 14:11 Uhr · dpa-AFX
Trump schockt Anleger an der Wall Street mit Zöllen
Angeblicher Missbrauch einer dominanten Marktposition
Frankreich verdonnert Apple zu Strafe von 150 Millionen Euro31. März · Reuters
Frankreich verdonnert Apple zu Strafe von 150 Millionen Euro