Präsidenten-Partei gewinnt vorgezogene Parlamentswahl in Aserbaidschan

Reuters · Uhr
Quelle: (c) Copyright Thomson Reuters 2024. Click For Restrictions - https://agency.reuters.com/en/copyright.html

Baku (Reuters) - Bei der Parlamentswahl in Aserbaidschan hat die Partei von Präsident Ilham Alijew ihre Mehrheit behauptet.

Allerdings verlor sie ein Mandat auf nunmehr 68 der 125 Sitze, wie am Montag aus vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission hervorging, die von der Nachrichtenagentur Tass gemeldet wurden. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 37,3 Prozent. Nachwahl-Befragungen deuteten zudem darauf hin, dass Dutzende weiterer Sitze an Kandidaten gehen, die zwar nominell unabhängig von politischen Parteien sind, in der Praxis aber die Regierung unterstützen, sowie an kleinere regierungsnahe Parteien. Es war die erste Parlamentswahl seit Aserbaidschan vor einem Jahr im Konflikt mit Armenien die Kaukasus-Region Bergkarabach eroberte. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierte sie als weit hinter den demokratischen Standards zurückgeblieben.

Der Wahlkampf sei "kaum sichtbar" gewesen, bemängelten die OSZE-Wahlbeobachter. Die vorgezogene Wahl habe in einem restriktiven politischen und rechtlichen Umfeld stattgefunden, das keinen echten Pluralismus zulasse und zu einem politischen Wettbewerb ohne jegliche Konkurrenz führe, hieß es in ihrer Erklärung. Auch bislang waren echte Gegner des Präsidenten nicht im Parlament vertreten. Alijew ist in dem ölreichen Land seit 2003 an der Macht. Nach der Rückeroberung Bergkarabachs hatte er auch schon die Präsidentschaftswahl vorgezogen. Dabei wurde er im Februar nach offiziellen Angaben mit über 92 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Armenien beschuldigte Aserbaidschan einer "ethnischen Säuberung" in Karabach, nachdem fast alle der mehr als 100.000 Armenier aus dem Gebiet geflohen sind. Aserbaidschan weist diese Anschuldigung zurück. Das Land baut die Region wieder auf und siedelt dort Aserbaidschaner an, die während eines Krieges mit Armenien in den 1990er Jahren geflohen sind. Das Gebiet war seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion drei Jahrzehnte lang de facto unabhängig.

Bürgerrechtler werfen Alijew die Missachtung von Menschenrechten sowie die Verhaftung unabhängiger Journalisten und politischer Aktivisten vor. Alijew bestreitet dies und erklärt, Aserbaidschan müsse seine Medienlandschaft vor "negativen Einflüssen von außen" schützen.

(Bericht von Nailia Bagirova, geschrieben von Christian Götz, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

onvista Premium-Artikel

Deutliche Verluste im amerikanischen Leitindex
Noch hält der Aufwärtstrend im S&P 500 - diese Marke wird nun wichtigheute, 15:00 Uhr · onvista
Noch hält der Aufwärtstrend im S&P 500 - diese Marke wird nun wichtig
onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!02. Apr. · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation

Das könnte dich auch interessieren

Deutliche Verluste im amerikanischen Leitindex
Noch hält der Aufwärtstrend im S&P 500 - diese Marke wird nun wichtigheute, 15:00 Uhr · onvista
Noch hält der Aufwärtstrend im S&P 500 - diese Marke wird nun wichtig
Rundumschlag in der Handelspolitik
Donald Trump verkündet umfassende Zölle - US-Futures brechen ein02. Apr. · onvista
Donald Trump verkündet umfassende Zölle - US-Futures brechen ein
Dax Chartanalyse 04.04.2025
Panikverkäufe im Dax: Indikator deutet auf Übertreibung nach unten hinheute, 11:26 Uhr · onvista
Panikverkäufe im Dax: Indikator deutet auf Übertreibung nach unten hin
"Fake", "völlig absurd", "Nur Verlierer"
Fondsmanager Bert Flossbach rechnet mit Trump-Zöllen abheute, 13:39 Uhr · onvista
Fondsmanager Bert Flossbach rechnet mit Trump-Zöllen ab
Dax Tagesrückblick 03.04.2025
Trumps Zölle reißen Dax ins Minus - Adidas verliert über 11 Prozentgestern, 17:59 Uhr · onvista
Trumps Zölle reißen Dax ins Minus - Adidas verliert über 11 Prozent