Wirtschaftsweiser - Commerzbank-Erlöse in Investitionen stecken

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Berlin (Reuters) - Der Wirtschaftsweise Martin Werding begrüßt den geplanten Staatsausstieg bei der Commerzbank und fordert die Verwendung der Erlöse für öffentliche Investitionen.

"Die Ankündigung, dass sich der Bund bei der Commerzbank zurückzieht, ist ein richtiger Schritt", sagte das Mitglied des Sachverständigenrates Wirtschaft am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Solche Krisenengagements dürfen keine dauerhaften Beteiligungen werden, für die es keine ökonomischen Gründe gibt."

Der Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum nannte aber auch Bedingungen. "Der Verkauf der Anteile sollte marktschonend erfolgen", sagte Werding. "Das ist wichtiger, als jetzt schnell hohe Erlöse für den Bundeshaushalt zu erzielen." Außerdem sollten die Erlöse möglichst in öffentliche Investitionen fließen. "Das wäre die angemessenste Verwendung", sagte der Wirtschaftsweise, der als Mitglied des Sachverständigenrates die Bundesregierung berät.

Rund 16 Jahre nach der Finanzkrise will sich der Staat von seiner Beteiligung an der Commerzbank trennen. Der Bund werde seinen Anteil von noch 16,49 Prozent an dem erfolgreich stabilisierten Institut sukzessive reduzieren, teilte Florian Toncar, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Vorsitzender des zuständigen Lenkungsausschusses, am Dienstagabend mit.

Der Staat hatte der Commerzbank in der Finanzkrise 2008 und 2009 unter die Arme gegriffen und sie mit Kapitalhilfen von insgesamt 18,2 Milliarden Euro gerettet. Davon seien bisher 13,15 Milliarden Euro zurückgeführt worden. Das verbliebene Aktienpaket ist zum Schlusskurs der Commerzbank-Aktien von 13,09 Euro rund 2,6 Milliarden Euro wert. Insgesamt dürfte die Rettung der Commerzbank für den Bund damit zu einem Verlustgeschäft werden. Das Frankfurter Kreditinstitut hat sich indes schon länger aus den roten Zahlen befreit und im vergangenen Jahr mit 2,2 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seit 15 Jahren ausgewiesen.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Myria Mildenberger- Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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