Richemont will Sorgenkind YNAP an Mytheresa verkaufen

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont übernimmt einen weiteren Versuch zum Verkauf des Verluste schreibenden Onlinehändlers Yoox-Net-a-Porter (YNAP).
Richemont habe sich mit Mytheresa auf einen Deal verständigt, wie das Genfer Unternehmen am Montag mitteilte. Die Münchener E-Commerce-Firma solle YNAP demnach im ersten Halbjahr 2025 vollständig übernehmen. Im Gegenzug erhalte Richemont eine Beteiligung von einem Drittel an Mytheresa. Mytheresa kam an der New Yorker Börse zuletzt auf einen Wert von 367,5 Millionen Dollar. YNAP verfügte über Barvermögen von 555 Millionen Euro.
"Mit dieser Transaktion zielt Mytheresa darauf ab, eine weltweite herausragende digitale Multimarken-Luxusgruppe zu schaffen", wurde Mytheresa-Chef Michael Kliger in der Mitteilung zitiert. Die drei Marken Mytheresa, Net-A-Porter und Mr Porter würden weiter betrieben, könnte aber einen großen Teil der Infrastruktur gemeinsam nutzen, um Synergie zu heben. "Wir sind davon überzeugt, dass diese Transaktion einen erheblichen Wert für unsere Aktionäre, Markenpartner und vor allem für unsere High-End-Kunden schaffen wird", so Kliger.
Im Dezember 2023 hatte Richemont den geplanten Teilverkauf von YNAP an die britische Farfetch abgeblasen. Hintergrund war die Übernahme von Farfetch durch den südkoreanischen E-Commerce-Riesen Coupang. In Zusammenhang mit dem Verkauf nehme Richemont eine weitere Abschreibung auf YNAP vor. Richemont ist etwa für seinen Cartier-Schmuck und IWC-Uhren bekannt.
(Bericht von Oliver Hirt, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)