Kredite an Unternehmen im Euroraum fließen üppiger

Berlin (Reuters) - Angesichts niedrigerer Leitzinsen fließen die Unternehmenskredite der Banken in der Euro-Zone üppiger.
Die Institute reichten im September 1,1 Prozent mehr Darlehen an Firmen aus als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Im August hatte es einen Zuwachs von 0,8 Prozent gegeben. Die Geldmenge M3 stieg um 3,2 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 3,0 Prozent gerechnet. M3 umfasst Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Volkswirten zufolge kann die Entwicklung der Geldmenge Hinweise auf die Entwicklung der Inflation geben.
Die Teuerung im Euroraum ist im September auf 1,7 Prozent und damit unter den Zielwert der EZB von zwei Prozent gesunken. Jüngst kappte die Zentralbank zum dritten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins. Der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz wurde um einen Viertelpunkt auf 3,25 Prozent nach unten gesetzt, nur fünf Wochen nach der vorherigen Senkung. Anleger rechnen damit, dass es auf den nächsten Sitzungen weiter Schlag auf Schlag geht. Angesichts der rückläufigen Inflation und der Konjunkturschwäche im Euroraum ist unter den Währungshütern eine Kontroverse über das Tempo weiterer Zinssenkungen in Gang gekommen.
(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Sabine Ehrhardt; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)