Nordkorea verspricht Russland Unterstützung im Krieg gegen Ukraine

Moskau (Reuters) - Die nordkoreanische Außenministerin Choe Son Hui hat bei einem Besuch in Moskau angekündigt, dass ihr Land Russland beim Krieg gegen die Ukraine weiter militärisch unterstützen wird.
Russland werde diesen Krieg gewinnen, sagte Choe am Freitag in Moskau bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. Zuletzt wurden Berichte bestätigt, wonach das nordkoreanische Regime Russland nicht nur ballistische Raketen liefert, sondern auch mehrere tausend Soldaten geschickt hat, die offenbar in der russischen Region um Kursk gegen die Ukraine eingesetzt werden sollen. Ein Kreml-Sprecher wollte dies am Freitag nicht kommentieren.
Die Außenministerin beschuldigte die USA und Südkorea zugleich, einen Atomschlag gegen ihr Land zu planen. Beweise für ihre Behauptung legte sie nicht vor, sondern verwies nur auf die regelmäßigen Konsultationen zwischen Washington und Seoul.
Die Situation auf der koreanischen Halbinsel könne jeden Moment "explosiv" werden, fügte sie hinzu. Deshalb müsse Nordkorea sein Atomwaffenarsenal verstärken und seine Bereitschaft ausbauen, um im Bedarfsfall einen nuklearen Vergeltungsschlag auszuführen. Zuvor hatte es Berichte über den Test einer Interkontinentalrakete (ICBM) gegeben, den Nordkorea bestätigt hat.
Mit dem Test wird sich der UN-Sicherheitsrat wahrscheinlich am Montag befassen. Die USA, Frankreich, Japan, Malta, Südkorea, Slowenien und Großbritannien hatten ein Treffen beantragt. Nordkorea unterliegt aufgrund seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen. Starts und Tests von ballistischen Raketen sind Pjöngjang durch UN-Beschlüsse untersagt. Das abgeschottete asiatische Land setzt sich jedoch immer wieder darüber hinweg und testet entsprechende Raketen. Da Russland und China Vetomächte im UN-Sicherheitsrat sind, gilt eine Verurteilung des jüngsten Tests als sehr unwahrscheinlich.
(Bericht von Dmitry Antonov, geschriebnen von Andreas Rinke; redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)