Zugbauer Stadler kassiert nach Unwetter in Spanien Prognose

Reuters · Uhr
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Zürich (Reuters) - Unwetterkatastrophen verhageln dem Schweizer Zugbauer Stadler Rail das Geschäft.

Die Überschwemmungen im spanischen Valencia, aber auch die Unwetter im Schweizer Kanton Wallis sowie in Niederösterreich veranlassten Stadler, die Prognose einzudampfen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Umsatzziel 2024 von 3,5 Milliarden bis 3,7 Milliarden Franken werde voraussichtlich verfehlt. Die für 2024 bisher angepeilte operative Marge (Ebit) von über fünf Prozent dürfte nun um bis zu zwei Prozentpunkte tiefer ausfallen. Die Prognose für 2025 und 2026 werde ausgesetzt.

Die Stadler-Aktien brachen um fast zehn Prozent ein. "Die Auswirkungen der Naturkatastrophen bei Stadler Rail übersteigen unsere Befürchtungen erheblich", erklärte ZKB-Analyst Bernd Laux. Es drohe eine Dividendenkürzung. "Nach der Bekanntgabe von Kurzarbeit Anfang Oktober kommt nun die nächste Hiobsbotschaft mit einer Gewinnwarnung", urteilte Marco Estermann von der Luzerner Kantonalbank. Die Vorfälle zeigten, dass die Lieferketten des Unternehmens anfällig seien.

Stadler sei in den vergangenen fünf Monaten drei Mal Opfer von Unwetterkatastrophen geworden, die die Produktion teils massiv in Mitleidenschaft gezogen hätten, erklärte die Firma. Im Stadler-Werk Valencia arbeiteten rund 3000 Beschäftigte. Rund 400 von ihnen aus dem Süden der Stadt könnten das Werk im Norden nicht erreichen, da die Straßen und der öffentliche Verkehr unterbrochen seien. Bei rund 30 Zulieferern seien Produktions- und Lagerhallen zerstört oder mit Schlamm überflutet worden. Entsprechend könnten Fahrzeuge nicht wie geplant ausgeliefert werden.

In der Schweiz führten die Unwetter im Juni dazu, dass der Zulieferer Constellium den Rückstand in der Lieferung von Aluminium-Profilen voraussichtlich erst Ende August 2025 aufgeholt haben werde. Im österreichischen Dürnrohr sei ein Damm im September nach tagelangem, heftigem Regen gebrochen, sodass das Inbetriebssetzungszentrum von Stadler geflutet worden sei. Negativen Einfluss auf das Geschäftsjahr 2024 hätten zudem Verzögerungen in der Auslieferung der Züge für die U-Bahn Berlin. Das Werk in Berlin-Pankow sei nicht ausgelastet.

(Bericht von Oliver Hirt, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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