CDA-Chef greift FDP an: Ich kann mit Schwarz-Gelb-Romantik nichts anfangen

Reuters · Uhr

Berlin (Reuters) - Der Chef des einflussreichen Arbeitnehmerflügels der Union (CDA), Dennis Radtke, hat deutliche Skepsis gegenüber einer Koalition der Union mit der FDP geäußert.

"Ich kann ... mit der Schwarz-Gelb-Romantik, die einige in meiner Partei haben, wenig anfangen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in einem Reuters-TV-Interview. Er habe nicht vergessen, "wie die FDP uns beispielsweise gedemütigt hat, angefangen bei der Sitzordnung im Deutschen Bundestag bis hin zur Wahlrechtsreform", fügte Radtke hinzu. "Ich habe auch die geplatzten Jamaika-Verhandlungen nicht vergessen, all diese Dinge", sagte er zu den 2017 von FDP-Chef Christian Lindner beendeten Sondierungen über die Bildung einer Koalition aus Union, FDP und Grünen.

Zu Lindner sagte Radtke: "Er hat sich jetzt nicht als Ausbund der Zuverlässigkeit präsentiert. Weder in den letzten drei Jahren mit Blick auf die Ampel-Koalition, noch mit Blick auf sein Verhalten seinerzeit bei Jamaika."

Der CDU-Europapolitiker erinnerte auch an negative Erfahrungen mit der schwarz-gelben Koalition von 2009 bis 2013. "Da werden sich Historiker darüber streiten, welche Regierung unbeliebter gewesen ist", sagte Radtke mit Blick auf die Ampel-Koalition. "Die FDP wird einen knallharten Bundestagswahlkampf gegen die CDU führen, wie sie das auch schon bei der Europawahl gemacht hat", fügte er hinzu. Die gesamte Strategie der FDP-Spitzenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sei gegen die CDU und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ausgerichtet gewesen. "Und das wird in diesem Bundestagswahlkampf nicht anders sein." Dies sei auch verständlich, weil die FDP nur um Stimmen der Union kämpfen könne, um überhaupt wieder über die Fünf-Prozent-Hürde und in den Bundestag zu kommen.

"Wer deswegen von schwarz-gelben Lagerwahlkämpfen träumt, dem kann ich nur sagen: Willkommen in der Realität." Die Union müsse alles tun, um selbst so stark wie möglich zu werden und dann möglichst nur einen Koalitionspartner zu brauchen. Deshalb lehne er auch die Debatte über ein Bündnis mit der SPD oder den Grünen vor den Wahlen ab, betonte Radtke. Es gebe gute Gründe für beide Optionen und gute Gründe dagegen. "Aber ich finde, jetzt sollten wir erstmal über die Gründe sprechen, warum es gut ist, am 23. Februar CDU und CSU zu wählen", sagte er.

(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

onvista Premium-Artikel

onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!gestern, 15:36 Uhr · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation
Chartzeit Wochenausgabe vom 30.03.2025
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte30. März · onvista
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte

Das könnte dich auch interessieren

Rundumschlag in der Handelspolitik
Donald Trump verkündet umfassende Zölle - US-Futures brechen eingestern, 22:41 Uhr · onvista
Donald Trump verkündet umfassende Zölle - US-Futures brechen ein
onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!gestern, 15:36 Uhr · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Dax Tagesrückblick 02.04.2025
Dax schwächelt vor Trump-Zollbekanntgabe - Bayer-Aktie unter Druckgestern, 17:58 Uhr · onvista
Dax schwächelt vor Trump-Zollbekanntgabe - Bayer-Aktie unter Druck
onvista Mahlzeit 02.04.2025
Johnson & Johnson verliert schon wieder, Visa und Mercedes im Fokusgestern, 12:59 Uhr · onvista
Johnson & Johnson verliert schon wieder, Visa und Mercedes im Fokus