Taliban machen IS für Tod von weltweit gesuchtem Minister verantwortlich

Kabul (Reuters) - Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) für den Tod eines Ministers bei einer Explosion in Kabul verantwortlich gemacht.
Chalil Rahman Hakkani und sechs weitere Menschen seien am Mittwoch bei der Detonation gestorben, sagte Hakkanis Neffe Anas Hakkani der Nachrichtenagentur Reuters. Die Explosion habe sich ereignet, als der amtierende Flüchtlingsminister eine Moschee nach dem Mittagsgebet verlassen habe. Eine Stellungnahme des IS lag zunächst nicht vor. Die Gruppe hat sich in der Vergangenheit zu Angriffen auf die Taliban bekannt.
Chalil Rahman Hakkani übernahm den Kabinettsposten nach dem Abzug der alliierten Truppen aus Afghanistan 2021. Dem US-Außenministerium zufolge war er während des Krieges einer der Anführer des militanten Hakkani-Netzwerks, das für mehrere Angriffe verantwortlich gemacht wurde. Die USA hatten Hakkani 2011 als "globalen Terroristen" eingestuft und eine Belohnung von fünf Millionen Dollar für Hinweise ausgelobt, die zu seiner Festnahme führen.
(Bericht von Mushtaq Ali, Mohammad Yunus Yawar und Charlotte Greenfield; Geschrieben von Scot W. Stevenson, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)