Ost-Sparkassen: Nur Privatkunden stabilisieren Kreditgeschäft - Firmen vorsichtig

Berlin (Reuters) - Firmen bleiben nach Einschätzung des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV) mit Investitionen eher zurückhaltend.
Die Unternehmen seien vorsichtig, erklärte OSV-Präsident Ludger Weskamp am Freitag. "Die Stabilisierung des Neukreditgeschäfts basiert ausschließlich auf der Kreditvergabe an Privatkunden", teilte der OSV mit. Kredite an Unternehmen und Selbstständige seien von Jahresbeginn bis Ende November um 2,5 Prozent auf 4,52 Milliarden Euro gesunken. Die gesamte Kreditvergabe sei nach dem Einbruch im vergangenen Jahr bis Ende November um 4,8 Prozent auf 9,56 Milliarden Euro gestiegen.
Die 43 OSV-Sparkassen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten 2024 bisher rund 437 Millionen Euro mehr Darlehen vergeben als im Vorjahr. "Eine Neukreditvergabe auf einem vergleichbaren Niveau verzeichneten die ostdeutschen Sparkassen zuletzt 2017."
Das konjunkturelle Umfeld dürfte aber auch im kommenden Jahr eher schwach sein, signalisierte Weskamp. "Für 2025 erwarte ich bestenfalls ein geringes gesamtwirtschaftliches Wachstum mit einer Null vor dem Komma." Doch aktuell gebe es aufgrund der Verunsicherung eine Investitionszurückhaltung in der Wirtschaft. Die Menschen erwarteten von der künftigen Bundesregierung einen funktionierenden Staat. "Infrastruktur muss funktionieren - das betrifft Brücken und Bahnen, aber auch die digitale Infrastruktur", betonte der OSV-Chef.
(Bericht von Klaus Lauer; - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)