Anstieg im Januar um 0,4 Punkte

Ökonomen-Stimmen zum Ifo-Geschäftsklima

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zu Beginn des Jahres etwas verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Januar um 0,4 Punkte auf 85,1 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Dies ist der erste Anstieg nach zwei Rückschlägen in Folge. Volkswirte hatten mit wenig veränderten 84,8 Punkten gerechnet.

Einschätzungen von Volkswirten im Überblick

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank

„Zum Jahresbeginn hält der Pessimismus in den Chefetagen der deutschen Unternehmen an. Selbst mit der Perspektive der nahen Bundestagswahl findet sich von Aufbruchsstimmung in der deutschen Wirtschaft keine Spur. Nach diesen Zahlen bleibt die deutsche Wirtschaft auch in der ersten Jahreshälfte in der Stagnation.“

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank

„Das ist ein positiver Jahresauftakt. Nach dem Einkaufsmanagerindex ist auch das Ifo-Geschäftsklima gestiegen. Bei den wichtigen Stimmungsindikatoren zeichnet sich damit in der Summe jetzt eine Bodenbildung ab. Das stützt die Prognose, dass sich die deutsche Wirtschaft ab dem Frühjahr wieder etwas nach oben bewegt. Ein nennenswerter Aufschwung setzt aber einen Neustart in der Wirtschaftspolitik voraus, wobei die möglichen künftigen Koalitionspartner leider unterschiedliche wirtschaftspolitische Vorstellungen haben. Ich erwarte für 2025 weiter nur ein Mini-Plus von 0,2 Prozent.“

Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research

„Das Ifo-Geschäftsklima überrascht im Januar positiv, dank einer auf niedrigem Niveau verbesserten Lageeinschätzung. Ernüchternd ist hingegen die erneute Eintrübung der Geschäftserwartungen. Darin dürfte sich wohl einmal mehr die erhöhte Wahrnehmung wirtschaftlicher Unsicherheit widerspiegeln, zum Beispiel mit Blick auf die zukünftige US-Handelspolitik.“

Jens-Oliver Niklasch, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg

„Der Anstieg ist für sich genommen natürlich erfreulich. Allerdings war das zunächst nur ein kleiner Hüpfer nach einem langen und tiefen Abstieg. Geholfen haben mutmaßlich für die Lage Vorzieheffekte für die Exporte in die USA - bevor die US-Zölle wirklich steigen -, zudem die sinkenden Leitzinsen sowie die Hoffnung, dass in Berlin demnächst eine handlungsfähige Regierung endlich Reformen und Entbürokratisierung liefert.“

Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen

„Im Januar ist der ifo-Index zwar gestiegen und hat dabei die Konsensschätzung übertroffen, weiterhin ist das Indexniveau aber als niedrig zu bezeichnen. Für das Signal einer konjunkturellen Trendwende bedürfte es ohnehin einer Serie von verbesserten Monatswerten. Ebenfalls erholt und über den Schätzungen liegend fiel der Index der Lageeinschätzungen aus, was positiv zu werten ist. Auch hier gilt aber, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Dennoch: Ein Grundstein für nachhaltige Verbesserungen ist gelegt, auch wenn die aktuellen Probleme noch präsent sind, wie der erneute Rückgang der Geschäftserwartungen unterstreicht. Die avisierte Zinssenkung der EZB in dieser Woche steht u.E. nicht in Frage.“

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank

„Deutschland bleibt im internationalen Vergleich vorerst im Hintertreffen. Das deutsche Exportmodell funktioniert momentan nicht, vor allem wegen der schleppenden Verkaufszahlen deutscher Automobilhersteller in China. Ein Erfolg wäre bereits, wenn das Wachstum im laufenden Jahr die Marke von 0 Prozent etwas deutlicher überschreitet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex deutet jedoch eher darauf hin, dass das laufende Jahr nahtlos an das schwierige vergangene Jahr anknüpft.“

(mit Material von dpa-AFX)

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