Aktien Frankfurt Ausblick: Vorsicht angesichts steigender Corona-Zahlen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben am Mittwoch zunächst vorsichtig. Bereits am Vortag hatten sie die jüngste Erholungsrally genutzt, um erst einmal Kasse zu machen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Stunde vor Handelsstart ein Minus von 0,73 Prozent auf 12 526 Punkte. Der EuroStoxx 50 wird 0,85 Prozent tiefer erwartet.

Aktuell richtet sich die Aufmerksamkeit wieder etwas mehr auf die weltweit steigenden Corona-Zahlen, nachdem viele Anleger die damit verbundenen Risiken für die Wirtschaft zuletzt teils ausgeblendet hatten. Börsianer verwiesen auch auf besorgniserregende Aussagen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über stark steigende Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Krise. Vielmehr als eine kleinere Korrektur nach dem zuvor steilen Anstieg der Aktienkurse sei aber bislang nicht zu erkennen, schrieb Analyst Jeffrey Halley vom Handelshaus Oanda.

Hierzulande blickt die Deutsche Post nach einem Gewinnanstieg im zweiten Quartal wieder mit mehr Gewissheit auf das laufende Jahr. Die vorläufigen Ergebnisse von April bis Juni machen das Management des Logistikkonzerns zuversichtlich. Auch für das Jahr 2022 setzte sich die Post neue Ziele. Der Konzern komme besser durch die Krise als ursprünglich erwartet, erklärte Analyst Samuel Bland von der DZ Bank. Dabei habe es unter anderem von einem starken Onlinehandel und Expressgeschäft profitiert. Die Aktien notierten auf der Handelsplattform Tradegate gut ein Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstag.

Im Index der mittelgroßen Börsenwerte MDax dürfte unter anderem Delivery Hero im Fokus stehen. Der Essenslieferdienst will sich über eine Wandelschuldverschreibung frisches Geld besorgen und so die Möglichkeit verschaffen, attraktive Investitionsmöglichkeiten wahrnehmen zu können. Auf Tradegate fielen die Papiere um knapp drei Prozent.

Der Aufsichtsrat der ebenfalls im MDax gelisteten Commerzbank steht vor schwierigen Personalentscheidungen. Nachdem sowohl Vorstandschef Martin Zielke als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann ihren Rücktritt angekündigt haben, müssen gleich zwei Spitzenpositionen bei dem teilverstaatlichten Frankfurter Konzern neu besetzt werden - und das möglichst rasch, denn die Bank steckt mitten in einer Diskussion über eine Verschärfung des im Herbst eingeleiteten Sparkurses. Ob bei der Aufsichtsratssitzung an diesem Mittwoch (9.00 Uhr) bereits eine dauerhafte Lösung für den Vorsitz gefunden wird, ist ungewiss. Die Zeit drängt: Amtsinhaber Schmittmann will sein Mandat zum 3. August niederlegen. Für die Anteilsscheine der Commerzbank ging es auf Tradegate um mehr als ein Prozent nach unten.

Schließlich lohnt sich auch ein Blick auf den VW-Konzern und seine im Nebenwerteindex SDax notierte Lkw- und Bussparte Traton . Bei Volkswagen bringt ein großangelegter Personalwechsel neue Topmanager an die Spitze der Nutzfahrzeugsparte. Die auf den ersten Blick prominentesten Verlierer: Andreas Renschler, Chef des börsennotierten Lkw- und Busgeschäfts von Traton, sowie Joachim Drees, Vorstandsvorsitzender der Münchner Tochter MAN . Beide sollen in der kommenden Woche abtreten. Mit den Entscheidungen sind weitere Ämtertausche und -erweiterungen verbunden. Die Papiere von Traton büßten auf Tradegate rund drei Prozent ein./la/jha/

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