Dax und Dow mit 20-Prozent-Erholung seit Krisentief – JPMorgan-Analyst nennt möglichen Grund und weiteren Ausblick

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Dax und Dow mit 20-Prozent-Erholung seit Krisentief – JPMorgan-Analyst nennt möglichen Grund und weiteren Ausblick

Nach seiner jüngsten Erholung vom Corona-Crash hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag die 10.000-Punkte-Marke wieder aus dem Blick verloren. „Der Dax stoppt seine Zwischenerholung vorerst. Das war an dem nun erreichten Preisniveau zu erwarten“, schrieb der Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar.

Analyst David Madden von CMC Markets UK verwies auf die zuletzt eher etwas mangelhafte Koordination der europäischen Staaten bei der Bekämpfung der Virus-Pandemie. Das Fehlen einer starken gemeinsamen Front belaste die Aktienmärkte, so der Experte. Bislang gehen etwa jede zweite bestätigte Infektion sowie zwei Drittel aller damit verbundenen Todesfälle auf Europa zurück.

Auch die US-Futures deuten mit einem Minus von knapp 3 Prozent bereits einen schlechten Start an den US-Märkten an. Der Dow Jones konnte in den letzten drei Handelstagen jedoch um gut 20 Prozent zulegen und somit eine extreme Erholungsbewegung hinlegen.

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Der Dax steuert derweil auf ein Wochenplus von fast 10 Prozent zu. Seit dem Krisentief aus der Vorwoche beläuft sich die Erholung sogar auf annähernd 19 Prozent. Wegen der ungebrochenen Infektionswelle, die nach China und Europa nun immer stärker auch die USA erfasst, bleibt die Unsicherheit gleichwohl hoch. Wöchentliche US-Arbeitsmarktdaten hatten am Vortag gezeigt, dass die Pandemie dort bereits mit voller Wucht auf die Wirtschaft durchschlägt.

Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners merkte zudem an, dass es neue Nachrichten zu Hilfspaketen der Regierungen und Notenbanken nun erst einmal nicht geben werde und diese Gemengelage könnte dem einen oder anderen Börsianer doch aufs Gemüt schlagen.

Rebalancing der Fonds treibt Erholung

Laut Analyst Nikolaos Panigirtzoglou, einem globalen Marktstrategen der US-Bank JP Morgan, wird diese Anfangsphase der Rally vor allem durch das Rebalancing der institutionellen Marktteilnehmer getrieben, die die verursachten Schäden in den Portfolios durch Aktienkäufe kitten müssen – zunächst unabhängig davon, wie sie die mittelfristigen Aussichten für die Wirtschaft einschätzen.

Laut dem Analysten müssen Pensionsfonds und sogenannte ausgeglichene Investmentfonds beginnen, ihre Portfolios zugunsten von Aktien neu auszurichten, da der Ausverkauf von Aktien und die Rally bei Staatsanleihen den Wert ihres Eigenkapitals im Verhältnis zu ihren Anleihepositionen gesenkt haben. Ausgeglichene Investmentfonds haben in der Regel eine 60/40-Gewichtung, also 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen.

Sobald eine Stabilisierung der Gesamtlage absehbar ist, vor allem durch ein Zurückgehen der Infektionsrate, rechnet der Analyst damit, dass die Aussicht auf eine Erholung der Wirtschaft breite Investitionswellen auslösen wird. Er spricht von einer Summe von bis zu 3,3 Billionen Dollar, die dann zurück in die Märkte fließen soll.

Die Länge der Pandemie bleibt jedoch der entscheidende Faktor für die weiteren wirtschaftlichen Aussichten. In den USA sind die Anträge auf Arbeitslosenhilfe mit über 3 Millionen bereits auf ein absolutes Rekordhoch gestiegen. In Europa rechnet der Versicherer Allianz mit einem Rückgang des BIP für die gesamte Wirtschaftszone von bisher 1,8 Prozent. Sollte sich der Shutdown um einen Monat verlängern gehen die Experten bereits von einem Minus von 4,4 Prozent aus, begleitet von der Pleite tausender kleiner und mittlerer Unternehmen.

Aktienmärkte: Die Chance nutzen oder lieber noch warten? Ein Blick in die Vergangenheit könnte bei der Entscheidung helfen

onvista-Redaktion/dpa-AFX

Titelfoto: solar22 / Shutterstock.com

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