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Hedge Fund in Nöten – Crash-Gefahr?

Hans-Jürgen Haack
Hedge Fund in Nöten – Crash-Gefahr?

In den USA scheint ein Hedge Fund in eine massive Schieflage geraten zu sein. Wie man hört, handelte er den Spread Crude Oil-Long gegen Natural Gas (Erdgas) short. Die Position lief großartig, doch mit den Entwicklungen der letzten Tage und Wochen hat sich die Lage für den Hedge Fund um 180 Grad gedreht, riesige Verluste sind angefallen. Da die Bewegung im Erdgas (+60 % in kurzer Zeit) ganz stark nach einem extremen Short Squeeze aussieht, kann man davon ausgehen, dass der Hedge Fund seine Positionen schließen muss/musste, was die Bewegungen im Crude Oil (abwärts) und im engen Natural Gas (aufwärts) nochmals verstärkte. Wenn so ein Hegde Fund indes in echte Bedrängnis gerät, muss er gewöhnlich auch andere Positionen schließen. Es ist nicht bekannt, welche Positionen in welcher Größenordnung im Feuer sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass von dieser (angeblichen) Schieflage des Hedge Funds eine ernste und nachhaltige Gefahr für die Aktienmärkte ausgeht, taxiere ich auf maximal 20 %.   Indes: Treffen diese 20 % ein, dann kann es auch verheerend werden. Diesem sog. „Tail-risk“ sollte man sich bewusst sein. Der Chart oben zeigt ein warnendes Beispiel aus der Vergangenheit.

Erinnern Sie sich an 1998? Die Asien-Krise von 1997 war überwunden, die große Hausse setzte sich fort. Doch dann geriet der Hedge Fund LTCM durch die Russland-Krise in Schwierigkeiten. In Erwartung der Annäherung verschiedener Renditen in Europa (wegen der nahenden Wirtschaftsunion) war man im Prinzip im Euro Bund Short und in Peripherie-Anleihen long. Mit der Russland-Krise liefen diese Zinsspreads aber nicht mehr zusammen, sondern wieder extrem auseinander, weil Peripherie-Bonds verkauft wurden und die Anleger in sichere Anlagen wie Bundesanleihen flüchteten. Mit dem Aktienmarkt hatte das Ganze zunächst nicht so viel zu tun. Die Russland-Krise wäre wohl für 10 bis 20 % Korrektur gut gewesen - aber es wurden fast 40 % im DAX! Warum? Weil sich die Schieflagen wegen der Verzahnungen auch auf andere Bereiche auswirkten und weitere Marktteilnehmer durch dann extreme Bewegungen Verluste erlitten.

Ich betone aber: 1. Ist dies ein extremes Beispiel, die Schieflage beim angesprochenen Hedge Fund dürfte  längst nicht so groß sein wie damals beim LTCM (über eine Billion US-$ ). 2. Notenbanken und Regierungen habe durch verschiedene Krisen dazugelernt, sind sich der Ansteckungsgefahren bewusst, würden also viel früher eingreifen. Dennoch sollte man das Thema im Hinterkopf behalten und den Erdgas-Preis beobachten. Verwerfungen können schnell auf andere Märkte übergreifen.

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Expertenprofil
Hans-Jürgen Haack Hans-Jürgen Haack Chefanalyst "HAACK-DAILY" und "HAACK-INVEST"

Hans-Jürgen Haack ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und verfügt über mehr als 30 Jahre Börsenerfahrung, davon 21 Jahre im Verlagshaus Bernecker.

Seine treffsicheren Analysen veröffentlicht er seit 2011 bei PP Asset-Management im täglich erscheinenden Derivate Börsenbrief HAACK-DAILY. Gehandelt werden dort Hebelprodukte, CFDs und Futures.

Einmal wöchentlich erscheint die HAACK-INVEST, ein Investment-Börsenbrief mit langfristigem Ansatz und leicht nachbildbarem Musterdepot.

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17.12.2018, 18:36, außerbörslich
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