Nel: Nikola sorgt für Unruhe in der Bilanz – Zahlen so lala – macht Iberdrola bald den Unterschied?

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Nel: Nikola sorgt für Unruhe in der Bilanz – Zahlen so lala – macht Iberdrola bald den Unterschied?

Wir sehen heute eigentlich das übliche Bild in der Bilanz des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten. Der Umsatz überzeugt nicht wirklich, die Verluste werden ausgeweitet, aber die Auftragsbücher füllen sich weiter. Aktueller Stand: 940 Millionen norwegische Kronen (NOK) – umgerechnet 86,0 Millionen Euro – 60 Prozent über Vorjahr. Diese Kennzahl und die allgemeine Marktstimmung dürfte heute wohl verhindert haben, dass es mit der Aktie von Nel nach den Zahlen nicht kräftig nach unten gegangen ist, sondern das Papier keine 2 Prozent verliert. Der Rest in der Bilanz hört sich nämlich nicht sehr überzeugend an.

Nikola sorgt für kräftiges Minus beim Vorsteuerergebnis

Aufgrund des Kurssturzes beim langjährigen Partner Nikola, an dem Nel beteiligt ist, mussten die Norweger die Position neu bewerten. Daher viel beim Vorsteuerergebnis ein Verlust von 628,6 Millionen NOK (57,5 Millionen Euro) an, der zum größten Teil (513,3 Millionen NOK) auf die Wertberichtigung beim amerikanischen Brummie-Bauer zurückzuführen ist.

Die Erlöse sind ebenfalls rückläufig. Sie fielen von 148,9 Millionen NOK auf 147,7 Millionen NOK (13,5 Miollionen Euro). Die Experten hatten von Nel sogar einen Anstieg erwartet. Sie hatten 181 Millionen NOK auf ihren Zetteln.

Auch der EBITDA-Verlust war höher als die Erwartungen. Während mit einem Minus von 40,4 Millionen NOK gerechnet wurde, lieferte Nel einen Fehlbetrag von 42,1 Millionen NOK (3,9 Millionen Euro). Insgesamt kein überzeugendes Bild, dass die Norweger mit den Zahlen zum dritten Quartal geliefert haben.

Fantasie lässt Aktie nicht tiefer stürzen

Vielleicht macht in Zukunft der spanische Energieriese Iberdrola den Unterschied. Zwei Tage vor den Zahlen hatte Nel berichtet, dass die Norweger als bevorzugter Lieferant für eine 20-MW-PEM-Lösung für ein grünes Düngemittelprojekt in Spanien ausgewählt werden könnten – in trockenen Tüchern ist der Deal wohl noch nicht. Aber der spanische Versorger will in Zukunft ganz groß in das Geschäft mit Erneuerbaren Energien einsteigen und dabei sehr tief in den Tasche greifen, wie er heute vermeldet.

75 Milliarden Euro für eine saubere Zukunft

Bis 2025 plant Iberdrola 75 Milliarden Euro unter anderem in den Ausbau der Netze und den Handel mit Erneuerbaren Energien zu investieren Ziel sei es, die Chancen der Energiewende zu nutzen und so 2025 einen Nettogewinn von fünf Milliarden Euro zu erreichen. 2019 erzielte der Konzern unter dem Strich einen Gewinn von 3,4 Milliarden Euro. Sollte die erste Zusammenarbeit klappen, dann könnte sich Nel vielleicht über Folgeaufträge freuen.

Erneuerbarer Energie werden immer beliebter und umkämpfter

Der Markt für grüne Energie erhält immer mehr Zulauf. Auch Ölmultis wie BP, Royal Dutch Shell oder Total drängen in den Markt. Sie wollen in den nächsten Jahren ebenfalls Milliarden in saubere Energien investieren. Iberdrola und auch dem in dem Geschäft vorgepreschten Essener Energiekonzern RWE droht damit mehr Konkurrenz und ein härterer Preiskampf. Dabei könnte es auch gut möglich sein, dass einer der großen Player Nel kurzerhand übernimmt.

Neue Aufträge und ein kleine Portion Übernahme-Fantasie bleiben daher weiterhin der Antrieb für die Nel-Aktie. Einen Rücksetzer nach den Zahlen wurde schon öfter bei der Aktie beobachtet. Daher sollten sich investierte Anleger von der heutigen Bilanz nicht beunruhigen lassen, aber auch ihre Schmerzgrenze bei der Aktie klar definieren.

onvista Mahlzeit: Nel und PowerCell überzeugen nicht mit ihren Zahlen

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Von Markus Weingran mit Material von Reuters

Foto : Homepage Nel

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