ROUNDUP: Chipindustrie-Ausrüster ASML mit starkem Lauf - Optimistischer Ausblick

dpa-AFX

VELDHOVEN (dpa-AFX) - Der Chipindustrie-Ausrüster ASML geht trotz der Corona-Pandemie nach einem starken Schlussquartal selbstbewusst in das neue Jahr. Vorstandschef Peter Wennink sieht in der derzeitigen Knappheit von Chips gute Wachstumschancen, die großen Hersteller mit ASML-Maschinen zur Chipfertigung zu beliefern. Schon im ersten Quartal sieht das Management des Schwergewichts aus dem Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 deutlich bessere Geschäfte als Experten gedacht haben. Zudem prüft das Unternehmen einen signifikanten Aktienrückkauf.

Der Aktienkurs legte in Amsterdam um 2,4 Prozent auf 450,50 Euro zu und erreichte erneut ein Rekordhoch. Das Papier des Chipausrüsters ist seit langem auf einem Höhenflug. Allein im vergangenen Jahr kletterte die Aktie um die Hälfte - und hat auch im gerade begonnenen Jahr bereits ein Plus von 13 Prozent aufzuweisen. Das Unternehmen gehört mit einem Marktwert von rund 190 Milliarden Euro zu den wertvollsten Börsenkonzernen der Eurozone - und lässt damit den deutschen Börsenprimus SAP weit hinter sich.

Die Aktionäre sollen aber auch schon Geld sehen, wenn sie die Papiere noch halten. Die geplante Dividende für das abgelaufene Jahr soll mit 2,75 Euro um 15 Prozent höher ausfallen als ein Jahr zuvor. Bereits vor einem Jahr hatte ASML einen Aktienrückkauf in Höhe von bis zu 6 Milliarden Euro angekündigt, der über die Jahre 2020 bis 2022 erfolgen sollte. Der Konzern prüfe, im ersten Quartal in bedeutender Höhe Aktien zurückzukaufen, sagte Finanzchef Roger Dassen in einem Videomitschnitt. Vergangenes Jahr habe man 1,2 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgereicht.

Für 2021 planen die Niederländer weiterhin ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, wie der Konzern am Mittwoch in Veldhoven mitteilte. Die Nachfrage nach Logikchips dürfte stark ausfallen, bei Speicherchips rechnet das Unternehmen mit einer Erholung.

Für das laufende erste Quartal erwartet ASML Umsätze von 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge zwischen 50 und 51 Prozent. Sie gibt an, wie viel vom Verkaufspreis nach Abzug der Herstellungskosten übrig bleibt. Das ist deutlich mehr als Analysten auf dem Zettel hatten - ihre Schätzungen lagen nur bei rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz.

Dem Konzern spielt in die Hände, dass auf den Weltmärkten die Kapazitäten zur Fertigung derzeit teilweise nicht ausreichen, um die Nachfrage nach Chips für die Industrie und für Unterhaltungselektronik zu decken. So klagen aktuell weltweit die Autobauer über Lieferschwierigkeiten bei Chips.

"Diese Maschine muss wieder ans Laufen kommen", sagte Wennink in einem Interview dem Finanzsender Bloomberg TV. Die Produktionskapazitäten in der Chipindustrie seien knapp. "Also müssen wir uns an die Arbeit machen und mehr Maschinen und Geräte ausliefern, um die Chipkapazitäten da draußen zu erhöhen." Hinzu kommen unterausgelastete Kapazitäten beim Rohstoff Silizium im wichtigen Erzeugerland China.

ASML rechnet sich insbesondere mit Maschinen gute Geschäfte aus, die die neuere EUV-Lithografie (Extrem-Ultraviolett) nutzen. Diese soll Chips noch leistungsfähiger machen, indem mehr Rechen- oder Speicherkapazität pro Fläche auf die Chips kommt. EUV werde den technischen Fortschritt in der Branche weiter sichern, hieß es von ASML. Das Wachstum bei den EUV-Maschinen ist denn auch deutlich höher - 2020 habe der Erlös hier um rund 60 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zugelegt.

Auch die Zahlen für das zurückliegende Schlussquartal fielen unerwartet gut aus. Im vierten Quartal erlöste ASML 4,3 Milliarden Euro, rund 7,5 Prozent mehr als im Dreimonatszeitraum davor. Damit übertraf das Unternehmen deutlich seine eigene Prognose und die Erwartungen der Analysten. Die in der Branche wichtige Bruttomarge kletterte von 47,5 auf 52 Prozent.

Beim Auftragseingang konnten die Niederländer in den drei Schlussmonaten ebenfalls deutlich auf 4,2 Milliarden Euro zulegen nach 2,9 Milliarden Euro ein Quartal zuvor. Wegen der Schwankungen in der konjunktursensiblen Chipbranche werden Geschäftszahlen üblicherweise mit dem Vorquartal verglichen. Unter dem Strich legte der Nettogewinn um 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu./men/mne/mis

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