SAP: Cloud sorgt für starkes zweites Quartal und Allzeithoch ++ Siemens: Börsengang für Energy-Sparte soll beschlossen werden ++ Ceres, PowerCell und McPhy: Ein Bündel guter Nachrichten aus der Branche

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Die Anleger bleiben auch heute hin und her gerissen zwischen einer leichten Erholung der Konjunktur und guten Unternehmensnachrichten und Angst vor einem Aufflammen der Corona-Pandemie. Zu den weiterhin hohen Zahlen von Neuinfektionen in den USA kommen jetzt auch schlechte Nachrichten aus Tokio.

SAP: Cloud sorgt für starkes zweites Quartal und Allzeithoch ++ Siemens: Börsengang für Energy-Sparte soll beschlossen werden ++ Ceres, PowerCell und McPhy: Ein Bündel guter Nachrichten aus der Branche

Höchster Wert seit Ausbruch der Pandemie

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 21 100 bestätigte Infektionsfälle, 995 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK weiter berichtete.

Dax trotzdem auf Erholungskurs 

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Der deutsche Leitindex hat sich nach zwei Verlusttagen wieder nach oben aufgeschwungen. Das Börsenbarometer stieg im frühen Handel am Donnerstag um 1,15 Prozent auf 12.638,09 Punkte. Mittlerweile kämpft der Dax allerdings mit der Marke von 12.600 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte um 0,65 Prozent auf 26 933,09 Punkte zu. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,7 Prozent nach oben.

SAP: Softwarekonzern überrascht mit starken Zahlen

Europas größter Softwarehersteller hat in der Corona-Krise ein unerwartet starkes zweites Quartal hingelegt. Nachdem der Konzern die Pandemie im ersten Quartal vor allem in Asien so stark zu spüren bekommen hatte, dass Vorstandschef Christian Klein und Finanzchef Luka Mucic die Prognosen hatten stutzen müssen, fuhr SAP nun überraschend viel Umsatz und Gewinn ein, wie aus der überraschenden Mitteilung des Dax-Schwergewichts vom Mittwochabend hervorgeht. Experten wie der Baader-Bank-Analyst Knut Woller lobten die Zahlen. Die Aktie zog vorbörslich deutlich an.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr, als Analysten im Schnitt zuvor erwartet hatten. Die operative Marge des bereinigten Betriebsergebnisses legte ebenfalls klar um 1,8 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent zu. „Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge“, sagte Finanzchef Mucic.

Auch der Umsatz zog mit plus zwei Prozent auf 6,74 Milliarden Euro überraschend an. Experten hatten mehrheitlich mit einem Rückgang gerechnet. „Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet“, sagte Vorstandschef Klein. Die breite Angebotspalette des Konzerns spiele eine entscheidende Rolle für die Digitalisierung bei den Kunden. „Dadurch können unsere Kunden gestärkt aus der Krise hervorgehen“, sagte Klein.

Treiber war bei den Erlösen erneut das Geschäft mit Cloud-Software, das um .. rund ein Fünftel auf 2,04 Milliarden Euro zulegte. Normalerweise verzeichnet SAP hier noch ein höheres Wachstum. Doch das Geschäft wurde im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise durch geringere volumenabhängige Transaktionsumsätze beeinflusst – etwa bei der Beschaffungsplattform Ariba verdient SAP am abgewickelten Handelsvolumen, das in der wirtschaftlichen Flaute gelitten haben dürfte.

SAP ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp 160 Milliarden Euro das mit Abstand wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands. In diesem Jahr zog der Aktienkurs trotz des Corona-Crashs auf Xetra-Basis bereits um sieben Prozent an. Seit Sommer 2015 hat sich der Kurs in etwa verdoppelt.

Siemens: Abspaltung von Enrgy-Sparte soll über die Bühne gehen

Der deutsche Technologie-Konzern geht die letzten Schritte auf dem Weg zur Trennung von seinem Energiegeschäft. Die außerordentliche Hauptversammlung an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) soll die Abspaltung und den Börsengang von Siemens Energy Ende September absegnen. Auch wenn es teilweise Kritik von Aktionären an dem Schritt gibt, gilt eine Mehrheit für die Abspaltung als sicher.

Dafür, dass Siemens das Energiegeschäft mit rund 91 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 29 Milliarden Euro abspaltet, nennt der Konzern vor allem einen Grund: Alleine könne das Energiegeschäft sich besser entwickeln und besser an Geld für Investitionen kommen. Im großen Konzernverbund ist das für das vergleichsweise margenschwache Energy-Geschäft schwieriger. Der verbleibende Siemens-Konzern wiederum will sich auf seine profitableren Geschäftsfelder wie Smart Infrastructure und Digital Industries konzentrieren.

Die scheidende Tochter Energy entlässt Siemens dabei mit einer soliden finanziellen Ausstattung. Im Mai wurde die Eigenkapitalquote mit 37,8 Prozent angegeben. Die Ratingagentur S&P vergab jüngst ein solides Rating von BBB. Das ist allerdings ein gutes Stück schwächer als das A+ des Mutterkonzerns. Insgesamt ist allerdings auch von der Arbeitnehmerseite zu hören, dass die Abspaltung fair läuft.

Zu den Gegnern der Abspaltung gehört der Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG, der sie auch auf der Hauptversammlung ablehnen wird. Wir für Siemens, ein anderer Verein von Belegschaftsaktionären, hat sich ebenfalls skeptisch geäußert, wird allerdings zustimmen.

Bei den institutionellen Investoren hat die Abspaltung Unterstützung. „Die Abspaltung ermöglicht bei der Siemens AG eine schlankere Struktur und den Fokus auf Zukunftsgeschäfte. Das ist genau das, was der Kapitalmarkt schon lange fordert“, sagt Vera Diehl, von Union Investment. Auch Deka Investment wird für die Abspaltung stimmen. Von dort ist aber auch Kritik zu hören: Energy müsse „unbedingt die Profitabilität steigern“, sagt Winfried Mathes. Und die aktuelle Entwicklung bei Siemens zeige, „dass der Schuss einer allzu starken Fokussierung auf wenige Geschäftsbereiche in Krisenzeiten auch nach hinten losgehen kann.“

Siemens Energy beinhaltet neben der alten Siemens-Sparte Power and Gas auch die 67-Prozent-Beteiligung am spanischen Windkraftunternehmen Siemens Gamesa. Derzeit ist der Sitz des Unternehmens noch in München, ob dies so bleibt, wird im Laufe des zweiten Halbjahres entschieden werden. Der Sitz soll allerdings in Deutschland bleiben.

Angesichts seiner Größe gilt Siemens Energy auch als relativ sicherer Kandidat für eine Aufnahme in den MDax, möglicherweise könnte das Unternehmen mittelfristig sogar in den Dax aufsteigen. Dabei kommt es allerdings auf Handelsvolumen und Marktkapitalisierung an. Wie hoch die ausfallen, wird sich erst zeigen, wenn die neuen Aktien an der Börse sind. Am 25. September sollen sie an die Siemens-Aktionäre verteilt und ab dem 28. gehandelt werden. Siemens und sein Pensionsfonds werden anfangs noch 45 Prozent an Energy halten, binnen 12 bis 18 Monaten soll dieser Anteil aber deutlich sinken. Erster Aufsichtsratsvorsitzender soll der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser werden.

Kurz & knapp:

Ceres Power: Der britische Wasserstoffspezialist hat heute Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019/20 veröffentlicht. Demnach soll der Umsatz um mehr als 20 Prozent angezogen sein. Was allerdings noch mehr aufhorchen lässt: Bosch hat seinen Anteil an Ceres Power auf 18 Prozent aufgestockt und die Kooperation mit Weichai verzögert sich zwar durch die Corona-Pandemie, ist aber laut dem Unternehmen auf einem guten Weg.

PowerCell: Das schwedische Unternehmen, an dem Bosch ebenfalls beteiligt ist, beteiligt sich an einem europäischen Projekt, das einen wasserstoffbetriebenen Müllwagen entwickeln soll. Mit dabei sind der schwedische Abfallentsorger Renova, Scania, der LKW Karosserie-Hersteller JOAB und The Royal Institute of Technology. Das Projekt ist auf 4 Jahre angelegt und beinhaltet die Vorstellung der emissionsfreien Müllwagen für andere Städte in Europa.

McPhy: Der französische Vertreter der Branche hat gestern in LeMans zusammen mit dem Energiekonzern Total eine Wasserstoff-Tankstelle eingeweiht. Damit verfügt McPhy mittlerweile über eine Referenz von 30 Wasserstoff-Stationen und sieht sich selber einen Schlüsselpartner in der emissionsfreien Mobilität.

Fielmann: Die Optik-Kette traut sich angesichts einer Geschäftsbelebung eine Prognose für das laufende Jahr zu. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Filialschließungen hatten den Konzern schwer getroffen, im Mai und Juni erholte sich das Geschäft aber recht schnell, wie der Konzern am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Fielmann geht jetzt für 2020 von einem Konzernumsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro, was mehr als 14 Prozent weniger wären als im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern soll sich laut Fielmann auf mehr als 100 Millionen Euro belaufen. Das wäre ein Rückgang um mindestens rund 60 Prozent im Vergleich zu 2019. Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz nach vorläufigen Zahlen auf 611 Millionen Euro nach 758 Millionen im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern schrumpfte von 128 Millionen Euro im Vorjahr auf 35 Millionen.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

Foto: 360b / Shutterstock.com

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