Siemens Energy: Auf den Sprung in den Dax? ++ Shop Apotheke: Zahlen kommen nicht gut an ++ Steinhoff: Erneute Rückkehr in den SDax? ++ Dax mit neuem Rekordhoch

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Zum Handelsstart lag der Dax noch knapp unter seinem Allzeithoch, doch nur wenige Minuten später übersprang der deutsche Leitindex die 14.169 Punkte und kletterte auf ein neues Allzeithoch. Zuletzt gewann er 0,96 Prozent auf 14.174,16 Punkte.

Siemens Energy: Auf den Sprung in den Dax? ++ Shop Apotheke: Zahlen kommen nicht gut an ++ Steinhoff: Erneute Rückkehr in den SDax? ++ Dax mit neuem Rekordhoch

Anleger blicken auf die Bund-Länder-Beratungen in Deutschland zur weiteren Vorgehensweise in der Corona-Krise. Es ist ein schmaler Grat zwischen Öffnungen in Lockdown-Phasen und drohender dritter Welle. Unter dem wachsenden öffentlichen Druck stellte Kanzlerin Angela Merkel eine vorsichtige Öffnungsstrategie in Aussicht. „Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft schon sehr bald wieder in die Normalität zurückgeführt werden kann“, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Dies stütze den Dax.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte am Mittwoch um 0,61 Prozent auf 31 955,79 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,8 Prozent.

Siemens Energy: Höchste Börsenliga im Visier

Die Deutsche Börse wird den Dax am Mittwochabend, 3. März, erstmals regulär überprüfen. Bisher gab es nur einmal jährlich im September eine reguläre Überprüfung. Alle anderen quartalsmäßigen Prüfungen im Dax waren außerordentlich. Das bedeutete stets, dass dann die Aufnahme-Regelungen für Nicht-Dax-Mitglieder schärfer und die Abstiegsregeln für Dax-Mitglieder weniger scharf waren. Die Umsetzung etwaiger Änderungen erfolgt zum Montag, 22. März.

Selten war eine Entscheidung für eine Aufnahme in den deutschen Leitindex so knapp: Nach wie vor scheiden sich die Geister, ob es dem Energiekonzern Siemens Energy gelingt, noch in diesem Monat in den Dax aufzusteigen. Zugleich hat der Kochboxen-Lieferant Hellofresh wohl großes Pech, denn er schrammt nur haarscharf an einer Aufnahme in die erste Börsenliga vorbei. Experten zufolge scheitert das Unternehmen wohl nur deshalb, weil es seine Jahreszahlen nicht bereits Ende Februar vorgelegt hat.

Denn erstmals gilt im Zuge der Index-Reform der Deutschen Börse ein Mix aus alten und neuen Regeln für die Überprüfung der Dax-Familie. Zwar wird das deutsche Börsenbarometer erst im September auf 40 Mitglieder aufgestockt und der MDax entsprechend um zehn Mitglieder auf 50 verringert, doch andere wesentliche Änderungen treten bereits nach und nach in Kraft.

Eine davon ist, dass ein Dax-Kandidat zwei Jahre in Folge ein positives operatives Ergebnis (Ebitda) vorweisen muss. Hellofresh hat das laut den am 2. März vorgelegten Jahreszahlen zwar geschafft, doch die Deutsche Börse wird das wohl nicht mehr berücksichtigen, da der abgeschlossene Monat Februar Grundlage ihrer Überprüfungen ist.

Mit Blick auf Siemens Energy als Dax-Aufsteiger indes ist Index-Experte Yohan Le Jallé von der Société Générale positiv gestimmt, Analystin Silke Schlünsen vom Investmenthaus Stifel dagegen skeptisch. Sie räumt dem Unternehmen aber immer noch eine minimale Chance für eine Aufnahme ein. Sollte es zu einem Wechsel kommen, dann müsste Beiersdorf ausscheiden, sind sich die beiden Experten jedenfalls einig.

MDax: Encavis & Nordex vor Aufstieg?

Es bleibt dabei: Aktuellen Berechnungen zufolge kann sich die Porsche-Holding in wenigen Wochen auf eine Aufnahme in den MDax freuen. Zudem dürften sich mit Encavis und Nordex zwei Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien im März einen Platz im Index der mittelgroßen Werte sichern. Dies zumindest ergibt sich laut Index-Expertin Silke Schlünsen von der Investmentbank Stifel Europe recht klar aus den Daten per Ende Februar.

Absteigen müssen Schlünsen zufolge dafür wohl die Aareal Bank, Metro und Osram. Die Stifel-Analystin kommt damit zum gleichen Ergebnis wie jüngst auch die Analysten der Commerzbank.

Über etwaige Änderungen im MDax wird die Deutsche Börse am Mittwoch, 3. März, nach Handelsschluss informieren. Umgesetzt werden sie dann zum Montag, 22. März. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Für die Porsche-Holding – deren wichtigster Bestandteil knapp ein Drittel des Volkswagen-Aktienkapitals und über die Hälfte der Stimmrechte sind – ist der Weg in den MDax nach rund 20 Jahren wieder frei geworden, da die Deutsche Börse im Zuge ihrer Indexreform im vergangenen Jahr die Prime-Standard-Pflicht abgeschafft hat.

Ein Anfang der 2000er-Jahre erbittert geführter Streit zwischen der Holding und der Deutschen Börse über die Pflicht zu einer regelmäßigen Quartalsberichterstattung hatte 2007 sogar in einer Klage Porsches vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel gemündet. Die Holding unterlag. Das besonders streng regulierte Börsensegment der Frankfurter Wertpapierbörse, das als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Dax-Familie galt, blieb ihm verwehrt. Porsche musste sich seither mit einer Notierung im General Standard begnügen, in dem sämtliche Nebenwerte gelistet sind.

Großes Stühlerücken im SDax?

Im Nebenwerte-Index SDax werden im März die Karten neu gemischt. Insgesamt könnten acht Wechsel anstehen, erwartet Index-Expertin Silke Schlünsen von der Investmentbank Stifel Europe. Die Deutsche Börse wird am Mittwochabend, 3. März, bekanntgeben, wer raus muss und wer neu hineinkommt. Die Änderungen für die gesamte Dax-Familie erfolgen dann zum Montag, 22. März.

Da die beiden auf die Windkraft-Branche ausgerichteten Unternehmen Encavis und Nordex vom SDax voraussichtlich in den MDax aufsteigen und zudem wohl die bisher nur im General Standard notierte Holdinggesellschaft Porsche SE in den MDax aufgenommen wird, müssen drei MDax-Mitglieder ihre Plätze räumen. Sie steigen in den SDax ab. Den Experten der Commerzbank und der Stifel-Analystin Schlünsen zufolge dürften das der Gewerbeimmobilien-Finanzierer Aareal Bank, die Handelskette Metro und der Lichtspezialist Osram sein.

Während Aareal Bank und Metro ihre Plätze einfach tauschen, dürfte Osram den Platz von Hornbach Baumarkt einnehmen. Denn die Baumarktkette erfüllt die Verbleibekriterien für den SDax nicht mehr. Ihr hapert es am frei handelbaren Börsenwert. Das ist zudem der Fall für Cropenergies und SNP, die daher voraussichtlich ebenfalls ausscheiden.

Hinzu kommen als Kandidaten für eine Herausnahme laut Schlünsen außerdem noch die Deutsche Beteiligungs AG, Vossloh und Koenig & Bauer, denen es allesamt am Börsenumsatz mangele.

Zurück im SDax werden daher der Möbelhändler Steinhoff  sowie das IT-Sicherheitsunternehmen Secunet und der Personalmanagement-Softwareanbieter Atoss erwartet. Außerdem dürfte sich der Zulieferer für die Chipindustrie Süss Microtec auf eine Aufnahme freuen und SFC Energy, ein Hersteller von Direktmethanol- und Wasserstoff-Brennstoffzellen.

Shop Apotheke: Zahlen verleihen Aktie keinen Schub

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke will nach einem außergewöhnlich starken Jahr auch 2021 weiter wachsen und seine Profitabilität nochmals verbessern, allerdings mit etwas weniger Tempo. Im vergangenen Jahr hatte das MDax-Unternehmen von einem Boom bei den Online-Bestellungen infolge der Corona-Pandemie profitiert und deutliche Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis erzielt, wie Shop Apotheke am Mittwoch in Venlo mitteilte.

Wie bereits bekannt war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 Prozent auf 968 Millionen Euro angezogen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich auf 21,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 13,6 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Damit stieg die bereinigte Ebitda-Marge von minus 1,9 Prozent auf plus 2,2 Prozent. Unter dem Strich schreibt Shop Apotheke allerdings derzeit Verluste. Im neuen Jahr setzt der Vorstand um Unternehmenschef Stefan Feltens auch auf die Einführung des elektronischen Rezepts, dessen Start Shop Apotheke für den Sommer erwartet. Der Umsatz soll 2021 um 20 Prozent oder mehr klettern und die bereinigte Ebitda-Marge bei 2,3 bis 2,8 Prozent herauskommen.

Experten bemängeln, dass die Zahlen am unteren Ende der erwarteten Spanne liegen und die Papiere kommen daher unter druck.

Kurz & knapp:

Dialog Semiconductor: Der Chipentwickler hat im vierten Quartal dank einer hohen Nachfrage deutlich zugelegt. Dabei profitierte das Unternehmen unter anderem von einem hohen Halbleiterbedarf für Kopfhörer, Fitness-Tracker, digitale Uhren, Notebooks und Tablets, wie das Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf rund 439 Millionen US-Dollar (364 Mio Euro). Ohne den im vergangenen Jahr übernommenen IoT-Spezialisten Adesto lag das Wachstum bei 10 Prozent. Im Schlussquartal sei es dabei wegen der branchenweiten Kapazitätsengpässe zu Beeinträchtigungen bei der Bedienung der erhöhten Kundennachfrage gekommen, hieß es. Das bereinigte operative Ergebnis legte um 21 Prozent auf 110,5 Millionen Dollar zu und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich verdiente Dialog Semiconductor mit 57,8 Millionen Dollar 29 Prozent mehr. Der britische Chipentwickler steht vor der Übernahme durch den japanischen Halbleiterhersteller Renesas Electronics, der rund 4,9 Milliarden Euro dafür auf den Tisch legen will.

Merck & Co: Der US-Pharmakonzern wird den von seinem Mitbewerber Johnson & Johnson entwickelten Corona-Impfstoff produzieren, der am Wochenende eine Notfallzulassung erhalten hatte. Die US-Regierung werde die Kooperation mit Blick auf die nötige Ausstattung von Mercks Produktionsstätten und logistischer Hilfe unterstützen, sagte die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, am Dienstag. Der erfahrene Impfstoffhersteller Merck & Co hat bislang keinen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus im Programm. Die Kooperation der beiden Rivalen werde die Verfügbarkeit der Corona-Impfstoffe in den USA weiter erhöhen, sagte Psaki. Zunächst blieb allerdings unklar, wie viel Dosen Merck & Co in welchen Zeitraum produzieren soll. Biden und das Gesundheitsministerium wollten sich am Dienstagnachmittag (Ortszeit) zu Details der Kooperation äußern. Johnson & Johnson hat bislang einen Vertrag mit der US-Regierung zur Lieferung von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs geschlossen. Der gesamte Impfstoff soll noch vor Ende des ersten Halbjahres geliefert werden. Der Impfstoff entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss – anders als die übrigen genutzten Impfstoffe – nicht zweimal gespritzt werden. In den USA werden sonst bisher nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gespritzt. Die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA hatte am Samstag eine Notfallzulassung für das Präparat von Johnson & Johnson erteilt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will am 11. März über die Empfehlung des Impfstoffes entscheiden. Die EU-Kommission hat von Johnson & Johnson Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Die US-Regierung hat sich von den Herstellern Biontech/Pfizer und Moderna jeweils die Lieferung von 300 Millionen Dosen bis Ende Juli gesichert. Die Regierung hält es damit für gesichert, bis dahin genügend Impfstoff für alle Erwachsenen in den USA zu haben.

Cancom: Bereits in den ersten Wochen des Jahres konnte der IT-Spezialist ein bedeutendes Projekt im Geschäftsbereich Public Solutions gewinnen und damit das internationale Wachstum im öffentlichen Sektor weiter beschleunigen. Auftraggeber ist die EU-Institution eu-LISA mit einem Großprojekt im Gesamtwert von rund 440 Millionen Euro und einer Laufzeit von maximal sechs Jahren. Als Teil des internationalen Konsortiums ecos hat die CANCOM Gruppe einen attraktiven Rahmenvertrag mit der EU-Institution eu-LISA gewonnen. eu-LISA ist die Agentur der Europäischen Union für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen im Bereich Freiheit, Sicherheit und Recht.

Morphosys: Mit einem vorbörslichen Kurszuwachs haben die Aktien des Biotech-Unternehmens am Mittwoch von einer Meilensteinzahlung des Lizenz-Partners GlaxoSmithKline profitiert. Mit plus 1,7 Prozent auf Tradegate verglichen mit dem Xetra-Schluss stemmten sie sich gegen ihre seit längerem schon schwächere Tendenz. Seit Mai des vergangenen Jahres komme sie nicht mehr wirklich auf die Beine. Am Vortag hatten sie zunächst mit deutlichem Zuwachs auf überraschend gute Eckdaten für 2020 reagiert, dann aber trotzdem ein halbes Prozent tiefer geschlossen.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Homepage Siemens

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