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Telekom: Prognose rauf ++ Siemens: Sonderkosten drücken Gewinn ++ Commerzbank: Mehr als erwartet

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Telekom: Prognose rauf ++ Siemens: Sonderkosten drücken Gewinn ++ Commerzbank: Mehr als erwartet

Zur Wochenmitte ging es in der Quartalsberichtssaison schon heiß her, aber heute legen die Mitglieder der Dax-Familie noch eine Schippe oben drauf. Gleich 4 Konzerne aus der ersten deutschen Börsenliga lassen sich in den Geschäftsverlauf von Juli bis September schauen. Und auch in den hinteren Reihen geht es ordentlich zur Sache: Die Commerzbank überrascht mit guten Zahlen ProSieben und Rheinmetall hingegen schrauben die Prognose zurück, was erwartungsgemäß bei den Anlegern nicht gut ankommen. Insgesamt dürften die guten Nachrichten überwiegen.

Weitere Entspannung im Handelsstreit?

Während Donald Trump noch damit beschäftigt ist sich für den Ausgang der Midterm-Wahlen zu feiern und seinen Justizminister zu feuern, geht China schon mal zur Tagesordnung über und äußert sich zum bevorstehenden Treffen. Der chinesische Staatsrat Wang Yi betonte wie wichtig das Treffen für beide Seiten sei und das eine Lösung im Interesse aller sei. Die Wahlen sind vorbei. Mal schauen, ob Trump weiterhin zahm bleibt oder jetzt wieder anfängt zu fauchen.

Dax in guter Laune

Es gibt keine Nachricht, die dem deutschen Leitindex großartig die Laune vermiesen könnte. Das sich der deutsche Außenhandel im September schwach entwickelt hat, nimmt der Dax zur Kenntnis, reagiert aber nicht drauf. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, gingen die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent zurück. Analysten hatten dagegen im Mittel einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Die Einfuhren gaben ebenfalls nach, sie verringerten sich um 0,4 Prozent zum Vormonat. Die Handelsbilanz, die Aus- und Einfuhren gegenüberstellt, wies einen Überschuss von 18,4 Milliarden Euro auf.

Auf Jahressicht liegt der Dax zwar nicht im Plus, aber im November läuft es bislang ganz gut. Heute legt der deutsche Leitindex um 0,42 Prozent zu und steht bei 11.627,16 Punkten.

Telekom: Prognose zum dritten Mal rauf

Dank ihres florierenden US-Geschäfts wird der Bonner Telekommunikationskonzern in diesem Jahr erneut zuversichtlicher. Der Dax-Konzern packt beim operativen Ergebnis im Gesamtjahr nun noch einmal rund 0,2 Milliarden Euro oben drauf. Es ist die dritte Prognoseerhöhung für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in diesem Jahr, das nun auf Basis der Wechselkurse von vergangenem Jahr 23,6 Milliarden Euro erreichen soll. Die US-Mobilfunktochter T-Mobile US hatte zuvor die eigene Prognose bereits angehoben.

Die Telekom erwartet auch bei der Entwicklung des Barmittelzuflusses aus dem laufenden Geschäft mit rund 6,3 Milliarden Euro 100 Millionen Euro mehr. An den sogenannten Free Cashflow haben die Bonner ihre Dividendenzahlung gekoppelt. Eine Dividenden-Erhöhung wird jetzt von vielen Experten erwartet.

Telekom sehr zuversichtlich

„Es geht in allen Bereichen des Konzerns bergauf“, sagte Telekom-Chef Tim Höttges. Auch in Deutschland, Europa und bei T-Systems verdiente das Unternehmen besser als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal konzernweit um 4,7 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 8,5 Prozent auf 6,21 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn bei 1,11 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Im Vorjahr hatten Sondereffekte den Überschuss deutlich geschmälert.

Aktie reagiert verhalten

Großartig gefeiert werden die Zahlen von den Anlegern heute nicht. Die Aktie liegt leicht im Plus. Auf Jahressicht gilt damit ähnliches. Seit Jahresanfang hat sich der Kurs hauchdünn ins Plus vorgearbeitet. Was im Vergleich mit vielen Dax-Mitgliedern schon eine ordentliche Leistung ist, da über die Hälfte der Werte im deutschen Leitindex bislang auf eine negative Performance zurückblicken. Auch in der Branche gehört die Deutsche Telekom mit ihrer Performance zu den besten Aktien.

Siemens: Gewinn fast halbiert

Beim Elektrokonzern ist wegen hoher Sonderkosten der Gewinn im Schlussquartal stark eingebrochen. Negativ zu Buche schlugen hohe Ausgaben für den Personalabbau in der Kraftwerks- sowie in der Antriebssparte. Dazu kamen höhere Steueraufwendungen im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Zuggeschäfts. Der Gewinn nach Steuern sank daher von gut 1,2 Milliarden auf 681 Millionen Euro. Das operative Ergebnis der Industriegeschäfte stagnierte bei gut 2,1 Milliarden Euro. Die Kosten für den Personalabbau allein in der schwächelnden Kraftwerkssparte bezifferte Siemens auf 301 Millionen Euro.

Negative Währungseffekte bremsten das Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz. Das Neugeschäft stagnierte daher bei 23,7 Milliarden Euro, bereinigt um Wechselkurseffekte wäre es um 5 Prozent gewachsen. Der Umsatz legte um 2 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zu. Die Zahlen lagen in etwa im Rahmen der Analystenerwartungen.

Ziele erreicht – Dividende rauf -Aktienrückkauf

Im Gesamtjahr erreichte der Konzern seine Ziele. Nach Steuern erhöhte sich der Gewinn geringfügig auf 6,1 Milliarden Euro. Der Dax-Konzern will die Dividende daher um 10 Cent erhöhen und seinen Aktionären mit 3,80 Euro je Aktie zahlen. Zudem kündigte der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 3 Milliarden Euro bis 2021 an.

Ausblick nicht komplett überzeugend

Für das neue Geschäftsjahr 2018/19 ist Siemens verhalten optimistisch. „Wir erwarten ein weiterhin günstiges Marktumfeld mit begrenzten Risiken aus geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere für unsere kurzzyklischen Geschäfte“, erklärte der Dax-Konzern. Der Umsatz soll – Wechselkurseffekte ausgenommen – moderat zulegen, die Rendite aus dem Industriegeschäft soll wie im Vorjahr bei elf bis zwölf Prozent liegen. Ohne die Kosten des Personalabbaus erreichte sie im abgelaufenen Geschäftsjahr 11,3 Prozent, unter dem Strich lag sie bei 10,4 Prozent. „Wir haben wieder geliefert, was wir versprochen haben, und unsere zum Halbjahr angehobene Jahresprognose voll erreicht“, sagte Vorstandschef Joe Kaeser vor der Bilanzpressekonferenz.

Aktie im Minus

Die Anleger sind vom präsentierten Zahlenwerk nicht komplett überzeugt. Dividendenerhöhung und Aktienrückkaufprogramm reichen nicht aus, um den Gewinnrückgang auszugleichen. Das Wertpapier liegt über ein halbes Prozent im Minus. Damit wird die Jahresperformance nicht besser. Seit Jahresanfang kommt die Siemens-Aktie auf ein Minus von etwas mehr als 11 Prozent.

Commerzbank: Zahlen besser als erwartet

Die Commerzbank profitiert weiter vom Ausbau des Geschäfts in Deutschland und vom Konzernumbau. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis zog unter anderem dank einer höheren Kundenzahl an. Unter dem Strich verdiente die teilverstaatlichte Bank allerdings deutlich weniger als im Vorjahr. Das ging allerdings auch darauf zurück, dass die Bank durch den Verkauf des „Commerzbank-Towers“ im Vorjahresquartal einen hohen Einmalertrag verbuchen konnte.

Die Commerzbank hat im dritten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht und kämpft weiter mit Problemen im wichtigen Firmenkundengeschäft. Das Vorsteuerergebnis halbierte sich fast auf 331 (Vorjahr: 623) Millionen Euro. Unter dem Strich blieben mit 218 Millionen Euro 53 Prozent weniger. Im Vorjahresquartal hatten zahlreiche Sondereffekte, wie der Verkauf des „Commerzbank-Towers“, das Ergebnis um eine halbe Milliarde Euro aufgebläht. Mit seinen Zahlen lag das Geldhaus etwas über den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten.

Dividende geplant - Ausblick bestätigt

Die Anleger sollen eine Dividende von 20 Cent je Aktie für 2018 erhalten, bekräftigte Zielke. Soviel hatte das Geldhaus auch 2015 gezahlt, die bisher einzige Ausschüttung seit der Finanzkrise. Auch den Ausblick bestätigte Zielke.

Heidelberg Cement: Hohe Energiekosten schlagen in die Zahlen

Der Baustoffkonzern blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Monate Juli bis September zurück. Der Dax-Konzern hat im dritten Quartal von dem Bauboom in Deutschland und weltweiten Infrastrukturprogrammen profitiert. Allerdings bremsten deutlich höhere Energiekosten und widrige Wetterverhältnisse vor allem in den USA. Deshalb hatte Heidelberg bereits Mitte Oktober vorgewarnt und sein Jahresziel für den operativen Gewinn (berinigtes Ebitda) gekappt.

Jetzt wird gespart

HeidelbergCement reagiert auf die aktuelle Situation und steuert dagegen. Nun will das Unternehmen mit einem neuen Sparprogramm die Kostenseite weiter drücken. Über 100 Millionen Euro sollen im Vertrieb und in der Verwaltung eingespart werden. Zudem soll das Portfolio optimiert werden.

Die endgültigen Zahlen

Der Umsatz legte von Juli bis September im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Damit schnitt HeidelbergCement besser ab als Experten erwartet hatten. Bereinigt um Währungseffekte wären die Erlöse sogar um zehn Prozent gestiegen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um zwei Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zurück. Hier belasteten vor allem höhere Energiekosten und die starken Regenfälle in den USA.

Unter dem Strich blieb ein für die Aktionäre anrechenbarer Gewinn von 539 Millionen Euro. Das waren zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu beigetragen haben unter anderem geringere Finanzierungskosten und niedrigere Steuern.

Kurz & knapp

Rheinmetall: Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall senkt angesichts von Problemen in beiden Sparten seine Umsatzprognosen. In der Rüstung fehlten weiter Exportgenehmigungen und bei der Autozulieferung belaste die Umstellung auf neue Abgas- und Verbrauchsprüfstandards. Auf Konzernebene steht im Gesamtjahr nun nur noch ein Umsatzwachstum von 5 Prozent im Plan nach zuvor 8 Prozent. Dabei werden Wechselkurseffekte und Zu- wie Verkäufe herausgerechnet. Die Marge des operativen Ergebnisses soll dagegen 2018 leicht über 7 Prozent liegen und damit etwas besser als bisher. Die Planungen lagen bei 6 bis 6,5 Prozent.

Hannover Rück: Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hält trotz hoher Sturmschäden Kurs auf einen Milliardengewinn und will im kommenden Jahr noch höher hinaus. Im laufenden Jahr soll der Überschuss wie geplant auf über eine Milliarde Euro wachsen, stellte Vorstandschef Ulrich Wallin bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag in Hannover klar. Für 2019 setzt er sich einen Gewinn von rund 1,1 Milliarden Euro zum Ziel. Die Dividende soll in diesem Jahr zumindest nicht sinken. Für 2019 stellte Wallin schon jetzt eine weitere Sonderdividende in Aussicht.

ProSiebenSat.1: Der Medienkonzern hat kurz vor Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal seine Umsatzprognose gesenkt. Der TV-Sender geht für das Jahr 2018 nun von einem Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf rund 4 Milliarden Euro aus (2017: 4,1 Milliarden Euro). Grund seien die Entkonsolidierungen des Video-on-Demand-Portals Maxdome, des Online-Fitness-Anbieters 7NXT und des Reiseveranstalters Tropo, die bis zum Ende des dritten Quartals erfolgt seien. Die Anleger reagieren enttäuscht und schicken die Aktie fast zweistellig ins Minus.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

Foto: M DOGAN / Shutterstock.com

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