Telekom: Rekordumsatz dank Sprintübernahme ++ BASF: Eine Milliarde Verlust ++ Grenke: Vorwurf der Geldwäsche nicht bestätigt

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Telekom: Rekordumsatz dank Sprintübernahme ++ BASF: Eine Milliarde Verlust ++ Grenke: Vorwurf der Geldwäsche nicht bestätigt

Wenn aus gut auf einmal schlecht wird. Bislang galt in den USA die Devise: Schlechte Konjunkturdaten sind gut. Dann behält nämlich die Fed ihren Kurs der lockeren Geldpolitik bei und die US-Regierung legt weiterhin milliardenschwere Konjunktur-Pakete auf. Nur was passiert, wenn die Konjunkturdaten besser werden - positiv überraschen? Vor Corona wäre das ein Grund zur Freude gewesen - und jetzt? Jetzt ist das nicht mehr so gut. Vielleicht kommt dann von Regierung und Notenbank weniger Geld in die Märkte und wer soll dann noch die Aktie auf diesem hohen Bewertungsniveau kaufen? In dieses Szenario passt es überhaupt nicht, dass die amerikanischen Arbeitslosenzahlen für eine „positive“ Überraschung sorgen und deutlich niedriger ausfallen.

Lage auf dem US-Arbeitsmarkt hellt sich auf

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist unerwartet deutlich gesunken. Insgesamt stellten vergangene Woche 730.000 Amerikaner einen Antrag auf staatliche Stütze, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. In den sieben Tagen zuvor waren es revidiert 841.000. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für vorige Woche nur mit einem Rückgang auf 838.000 Anträge gerechnet.

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Zudem startete die US-Industrie mit einem unerwartet kräftigen Auftragsplus ins Jahr. Die Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge oder Maschinen legten im Januar um 3,4 Prozent zum Vormonat zu, wie das Handelsministerium mitteilte. Ökonomen hingegen hatten nur mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von revidiert 1,2 Prozent im Dezember. „Der Auftragseingang ist den neunten Monat in Folge gestiegen und der Einbruch im Frühjahr letzten Jahres längst wettgemacht“, sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. Die Daten unterstützten die Konjunkturzuversicht.

In der Corona-Pandemie gingen in den USA bislang unter dem Strich an die zehn Millionen Jobs verloren. US-Notenbankchef Jerome Powell erklärte jüngst, die US-Wirtschaft sei noch für geraume Zeit auf Hilfen der Währungshüter angewiesen. Es werde noch dauern, bevor die Notenbank Fed erwägen werde, ihre Geldpolitik zu verändern, mit der sie dem Land helfe, wieder Vollbeschäftigung zu erreichen.

US-Indizes tauchen ab

Früher hätte eine solche Überraschung auf dem Arbeitsmarkt für Kurssteigerungen gesorgt. Donnerstag hat die Nachricht dazu beigetragen, dass Dow & Co deutlich in die Knie gegangen sind. Schließlich sind sie ein weiteres Argument, dass die Fed anfängt ihre Goldpolitik zu überdenken. Die Beruhigungspillen von Jerome Powell, die er Anfang der Woche verteilt hatte, verlieren damit wieder ihre Wirkung. Die Sorgen werden wieder größer. Inflationsrate und steigende Zinsen der US-Staatsanleihen tun ihr Übriges dazu. Das die Märkte einfach der realen Situation zu weit enteilt sind, will aber niemand sagen.

Dax pfeift auf neues Allzeithoch

Inflationssorgen haben am Freitag den deutschen Aktienmarkt belastet. Damit schlug er dieselbe Richtung ein, wie bereits die US-Börsen am Donnerstag und anschließend auch die Aktienmärkte in Asien. Auslöser ist der beschleunigte Zinsanstieg am US-Anleihemarkt, wo die Rendite richtungsweisender zehnjähriger Staatsanleihen am Vorabend bis auf 1,55 Prozent und damit den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert war.

Kurz nach dem Handelsstart büßte der deutsche Leitindex 1,09 Prozent auf 13.728,31 Punkte ein, was auf Wochensicht ein Minus von knapp 2 Prozent bedeutet. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um 1,34 Prozent auf 31.216,81 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,18 Prozent auf 3.641,71 Zähler.

Telekom: Umsatz über 100 Milliarden

Mit der Übernahme des US-Konkurrenten Sprint hat die Deutsche Telekomerstmals in ihrer Geschichte einen dreistelligen Milliardenumsatz eingefahren. So stiegen die konzernweiten Erlöse im vergangenen Jahr um rund ein Viertel auf 101 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Bonn mitteilte. Drei Viertel davon erzielte der Konzern im Ausland – 2019 waren es knapp 70 Prozent.

Die Entwicklung des um Sondereffekte bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda AL) fiel mit einem Plus von knapp 42 Prozent auf 35 Milliarden Euro noch deutlicher aus. Der freie Mittelzufluss sank dagegen um ein Zehntel auf 6,3 Milliarden Euro, maßgeblich wegen der Integrationskosten aus der US-Fusion mit Sprint.

Mit den erreichten Werten erfüllte die Telekom ihre erst im November angehobene Jahresprognose. Im laufenden Jahr will der Konzern eine Schippe drauflegen. 2021 soll ein bereinigtes Ebitda AL von rund 37 Milliarden Euro sowie ein freier Mittelzufluss von 8 Milliarden Euro erreicht werden.

Die 2020er-Zahlen fielen in etwa so aus, wie Experten es erwartet hatten. Die Prognose für das laufende Jahr liegt etwas über dem Schnitt der derzeitigen Schätzungen.

BASF: Dividende stabil

Der weltgrößte Chemiekonzern will trotz eines Milliardenverlusts im Gesamtjahr 2020 genauso viel Geld an die Aktionäre ausschütten wie ein Jahr zuvor. Die Dividende soll wie im Vorjahr 3,30 Euro je Aktie betragen, teilte der Dax-Konzern am Freitag in Ludwigshafen mit. Experten hatten im Schnitt mit weniger gerechnet. Im Gesamtjahr 2020 fiel wegen milliardenschwerer Abschreibungen ein auf die Aktionäre anfallender Verlust von gut einer Milliarde Euro an. 2019 hatte hier noch ein Gewinn nach Steuern und Minderheiten von 8,4 Milliarden Euro gestanden. Allerdings war hier ein Buchgewinn in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro enthalten. Der Umsatz schrumpfte 2020 ein klein wenig auf rund 59,1 Milliarden Euro. BASF hatte bereits Ende Januar Eckdaten für das Gesamtjahr vorgelegt.

Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen einen um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 4,1 bis 5 Milliarden Euro an. 2020 ging das operative Ergebnis um 23 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz soll 2021 auf 61 bis 64 Milliarden Euro steigen.

Kurz & knapp:

Grenke: Der wegen seiner Bilanzierung in der Kritik stehende Leasingspezialist sieht sich durch erste Zwischenergebnisse der BaFin-Sonderprüfung zumindest in Teilen entlastet. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mandatierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars habe den Vorwurf der Geldwäsche nicht bestätigt, teilte Grenke mit. Die Optimisten am Markt dürften den teils positiven Ton in der Grenke-Mitteilung goutieren, bemerkte ein Händler. Die Pessimisten dürften hingegen weiter befürchten, dass nach wie vor böse Überraschungen lauern könnten. Noch sei nichts klar, so der Händler. Er rät bei Kursstärke zum Verkauf.

Airbnb: Der Apartment-Vermittler hat sich im Corona-Jahr 2020 besser geschlagen als zunächst erwartet. Insgesamt gingen die Erlöse um 30 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Nach dem heftigen Einbruch zu Beginn der Pandemie erholte sich das Geschäft deutlich, im Schlussquartal gab es verglichen mit dem Vorjahreswert ein Umsatzminus von 22 Prozent auf 859 Millionen Dollar. Dennoch riss die Krise tiefe Löcher in die Bilanz – insgesamt fiel 2020 ein Verlust von 4,6 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro) an.

Suez: Der französische Abfallentsorger lehnt das feindliche Übernahmeangebot des Konkurrenten Veolia weiterhin entschieden ab und hat dessen Offerte von 18 Euro je Aktie zurückgewiesen. Der französische Konzern verwies in einer Stellungnahme vom Freitag darauf, dass Veolias Angebot den wahren Wert des Unternehmens nicht abbilde und der angedachte Zusammenschluss seine Mitarbeiter gefährde. Die Wachstumsaussichten und geplante Dividendenanstiege implizierten einen höheren Wert von Suez. Zudem berücksichtige die Offerte nicht die Synergien, von denen Veolia in den Angebotsunterlagen schreibe. Suez will aber weiterhin an einer Lösung arbeiten, die eine angemessene Bewertung für die Aktionäre und entsprechende soziale Garantien für die Mitarbeiter mit sich bringe.

LaFargeHolcim: Die Auswirkungen der Corona-Krise haben beim schweizerischen Baustoffkonzern im vergangenen Jahr Spuren in der Bilanz hinterlassen. „2020 war für alle ein außergewöhnliches Jahr, welches wir in der Form bisher noch nicht erlebt haben“, sagte Unternehmenschef Jan Jenisch am Freitag in Jona. Im vierten Quartal sei LafargeHolcim aber mit Zuwächsen bei Umsatz und operativem Ergebnis auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. 2020 schrumpften die Erlöse des HeidelbergCement-Konkurrenten im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent auf 23 Milliarden Schweizer Franken (rund 21 Mrd. Euro). Um Zu- und Verkäufe sowie um Währungseinflüsse bereinigt betrug das Minus 5,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um rund zehn Prozent auf 3,68 Milliarden Franken zurück. Auf vergleichbarer Basis reduzierte sich das Ergebnis um 1,9 Prozent. Das Ergebnis fiel damit in etwa so aus wie Experten es erwartet hatten. Unter dem Strich blieb mit knapp 1,7 Milliarden Franken ein Viertel weniger an Gewinn hängen. Die Dividende soll mit zwei Franken je Aktie genauso hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Von Markus Weingran

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