Zwei Krisenverlierer: Öl und britisches Pfund

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Wie andere Zentralbanken auch versucht die Bank of England (BoE) der Corona-Krise mit einer expansiven Geldpolitik zu begegnen, worunter das Britische Pfund jedoch gelitten hat. Noch stärker war der Absturz beim Ölpreis, der sich im Gegensatz zum Aktienmarkt nicht nachhaltig erholen konnte.

Das Wichtigste zum Britischen Pfund und zu Öl vorab:
  • Zinspause der Bank of England kann Pfund nicht stützen
  • Ölpreis leidet unter schwacher Nachfrage und hohem Angebot

Die Lage ist in vielen Ländern aufgrund der Corona-Krise aktuell sehr dramatisch. Dennoch hat die britische Notenbank in dieser Woche die Leitzinsen nach zwei außerordentlichen Senkungen unverändert gelassen. Er verharrte bei 0,10 Prozent, am Anfang des Monats lag der Leitzins noch bei 0,75 Prozent. Das Anleihekaufprogramm wurde ebenfalls nicht angerührt, eine Anhebung geschah bereits in der Vorwoche. Insgesamt beläuft sich das Programm nun auf 645 Mrd. Pfund. Sollte sich die Lage verschlechtern, könne das Programm ausgeweitet werden, erklärte die Notenbank.

Obwohl auch andere Notenbanken solche expansiven geldpolitischen Schritte eingeleitet haben, hat die britische Währung vergleichsweise deutlich verloren. In den vergangenen vier Wochen hat das Pfund gegenüber dem Euro um mehr als sieben und gegenüber dem Dollar um mehr als fünf Prozent verloren. Investoren befürchten, dass der Brexit und die Coronavirus-Pandemie Großbritannien stärker treffen wird als die USA oder die Euro-Zone. Aktuell notiert Euro-Pfund oberhalb von 0,90 Pfund. Auf diesem Niveau gab es in der Vergangenheit allerdings auch immer wieder Gegenbewegungen.

 
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Diese fielen beim Ölpreis zuletzt eher verhalten aus, nachdem das schwarze Gold von zwei Seiten unter Druck gekommen ist. Die OPEC konnte sich mit Russland nicht auf weitere Produktionskürzungen einigen, was zu einem hohen Ölangebot in den vergangenen Wochen geführt hat. Die Agentur IHS Markit geht nach eigenen Berechnungen von einem Angebotsüberschuss von 1,8 Milliarden Barrel im ersten Halbjahr 2020 aus. Ein Grund hierfür ist auch der Nachfrageausfall durch die drohende globale Rezession aufgrund der Corona-Krise.

Am Ölmarkt zeichnet sich vor diesem Hintergrund keine schnelle Lösung ab, die schwächelnde Nachfrage trifft auf ein üppiges Ölangebot. Auch Großanleger werden skeptischer. Sie haben am US-Terminmarkt ihre Netto-Long-Positionen beim Brent-Öl zuletzt deutlich gesenkt und liegen so tief wie zuletzt am Jahresende 2014. Besonders hart hat es das amerikanische WTI-Öl getroffen, welches im März fast 50 Prozent verloren hat und zwischenzeitlich auf ein 17-Jahrestief gefallen war. Die Nordseesorte Brent hat dagegen 41 Prozent im März eingebüßt.

 
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Quelle: HSBC


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25.05.2020, 19:56, Deutsche Bank Indikation