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Drei Fragen an Bernecker: Platzt jetzt der Knoten bei chinesischen Aktien und wie stehen die Chancen bei der Commerzbank und Verbio?

onvista · Uhr
Quelle: Bernecker

In unserer heutigen Ausgabe fragen wir nach Perspektiven für die Commerzbank, ob chinesische Aktien wieder ein Kauf sind und wie die Chancen bei Verbio stehen.

onvista-Redaktion: Es gibt wieder Übernahme-Gerüchte zur Commerzbank – die italienische Unicredit erwägt laut Medienberichten wohl einen Kauf und eine Verschmelzung mit der deutschen Tochter Hypo Vereinsbank. Erweckt das neue Chancen in der Aktie?

Unicredit war vor vier Jahren die Problembank der Italiener. Inzwischen ist sie wieder die Nr. 2. Das Schwergewicht der Europastrategie liegt in Deutschland und Österreich. Mit der Tochter HypoVereinsbank deckt sie den Süden Deutschlands ab, die Commerzbank hat ihren Schwerpunkt im Norden Deutschlands. Beide passen zusammen. Die Gespräche zwischen den beiden Chefs wurden wegen der Ukraine-Krise abgebrochen, besser: sie pausieren. Ob Cobank-Chef Knof damit einverstanden ist, weiß ich nicht. Es zeigt jedoch, was man aus einer schwierigen Bank machen kann. In Cobank investiert zu sein, ist jedenfalls strategisch richtig. Offen bleibt das Timing.

onvista-Redaktion: Die US-Bank JPMorgan hat sich zuletzt wieder für chinesische Aktien ausgesprochen. Die wichtigsten regulatorischen und geopolitischen Risiken für den Sektor hätten nun abgenommen. Platzt bald der Knoten für den chinesischen Markt?

China verfolgt bekanntlich eine andere Wirtschaftspolitik als im Westen üblich. Die Eingriffe in die Geschäftsmodelle der bekannten Techs folgten einer klaren Erkenntnis, wie man Korruption und andere Schwachstellen beseitigen muss und kann. Dieses Thema ist weitgehend erledigt. Die zweite Schwachstelle ist der Rückbau der Immobilienblase. Die dritte ist nun die Frage, wie man die Epidemie in den Griff bekommt. Für 1,4 Mrd. Menschen sind andere Modelle nötig als in den Kleinstaaten Europas. Darauf wird es nun ankommen.

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JPMorgan sieht es durchaus richtig. Es bildet sich vorsichtig eine Art Vertrauensboden für die bekannten China-Aktien. Von der Bewertung her gesehen richtig. Von den zitierten Umständen im Timing noch offen. Ich warte ab.

onvista-Redaktion: Verbio liegt derzeit im Zwiespalt zwischen Rekordzahlen und politischem Gegenwind. Äußerungen um ein Verbot von Biosprit aus Getreide und Pflanzenöl haben die Anleger verunsichert. Gerade jetzt eine Chance?

Verbio wird ein Opfer der verkehrt verstandenen Energiepolitik früherer Bundesregierungen. Die Forderung, Landwirtschaftsboden für Nahrungsmittel zu verwenden, ist absolut nachvollziehbar. Tatsächlich machen einige kleinere Spezialisten und vor allem die Dänen vor, wie man das gleiche Ergebnis, nämlich Biogas aus Abfällen, Gülle und Algen, sehr erfolgreich umsetzen kann. Also wird es darauf ankommen, wie schnell man dies technisch kann und in welcher Form der Bund dazu Hilfestellung gibt. Verbio ist deshalb das erste Unternehmen dieser Art, das nachweisen kann, dass dies funktioniert. Ich warte ab.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Foto: Bernecker

www.bernecker.info

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