Breite Unterstützung für Kamala Harris als US-Präsidentschaftskandidatin

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Washington (Reuters) - Bei den US-Demokraten läuft es auf eine Präsidentschaftskandidatur von US-Vizepräsidentin Kamala Harris hinaus.

Harris sicherte sich die Unterstützung vieler prominenter Demokraten. Eigenen Angaben zufolge hat sie genügend Stimmen für eine Kandidatur zusammen. Offiziell nominiert wurde sie noch nicht. Die Demokraten treiben das Verfahren jedoch voran. Bereits Anfang August soll noch vor dem Parteitag der Kandidat mittels einer virtuellen Abstimmung festgelegt werden. Unklar ist bislang noch mit wem Harris als Vizekandidat in das Rennen geht.

"Ich bin stolz, heute Abend die breite Unterstützung gesichert zu haben, die notwendig ist, um unsere Parteinominierung zu erhalten", erklärte Harris am Montagabend. Sie freue sich darauf, die Nominierung bald offiziell anzunehmen. Eine Befragung der Nachrichtenagentur Associated Press unter den Delegierten des Nominierungsparteitages ergab, dass sich über 2500 für Harris entschieden haben und damit weit mehr als die erforderliche Mehrheit.

Harris erhielt von zahlreichen prominenten Demokraten Unterstützung, darunter die immer noch einflussreiche frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Auch US-Präsident Joe Biden setzt sich für Harris ein. Er werde alles nötige tun, sagte Biden. Der 81-Jährige hatte am Sonntag seinen Rücktritt als Präsidentschaftskandidat angekündigt. Der Druck nicht gegen den 78-jährigen Donald Trump von den Republikanern anzutreten, war in den Tagen zuvor deutlich gestiegen. Nach seinem schwachen Auftritt bei einem TV-Duell gegen Trump Ende Juni hatten sich die Stimmen gemehrt, dass Biden trotz aller Erfahrung und Verdienste körperlich und geistig nicht mehr fit genug sein könnte für vier weitere Jahre im Weißen Haus. Biden wird nach seiner Corona-Infektion am Dienstag zurück nach Washington kehren.

Binnen 24 Stunden nach Bidens Rückzug sicherte sich Harris 81 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden. Bei ihrem Besuch der Wahlkampfzentrale am Montag setzte die frühere Justizministerin von Kalifornien erste Zeichen gegen Trump, einen verurteilten Straftäter. "Ich kenne Typen wie Trump", sagte Harris. Sie skizzierte ihre Vision für eine mögliche Präsidentschaft. Zu den zentralen Punkten ihres Programms gehören die Unterzeichnung von Gesetzen zum Schutz des Rechts auf Abtreibung sowie ein Verbot von Sturmgewehren. "Wir müssen die Rechte der Frauen schützen und gleichzeitig für mehr Sicherheit in unseren Gemeinden sorgen." Zudem betonte Harris, dass der Wiederaufbau der amerikanischen Mittelschicht ein zentrales Ziel ihrer Präsidentschaft sei.

Trumps Wahlkampfteam reagierte umgehend auf Harris' Rede. Sprecherin Karoline Leavitt bezeichnete die Vizepräsidentin als "genauso inkompetent wie Joe Biden und noch liberaler". Sie forderte Harris auf, die Verantwortung für die "gescheiterte Agenda" der Biden-Regierung der vergangenen Jahre zu übernehmen.

Die Präsidentenwahl findet am 5. November statt. Trump zieht mit dem 39 Jahre alten J.D. Vance als sein Vizekandidat in das Rennen. Wen Harris an ihre Seite holt, ist noch offen. Als mögliche Kandidaten werden unter anderem US-Verkehrsminister Pete Buttigieg oder der Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear gehandelt.

(Bericht von Jarrett Renshaw, geschrieben von Kerstin Dörr.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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