Aktienmarkt fast auf Juli-Niveau - Deutsche Bank nach Postbank-Deal Spitze

Mit leichten Gewinnen hat der deutsche Aktienmarkt den Donnerstagshandel beendet. Der Leitindex Dax schloss mit einem Plus von einem Viertelprozentpunkt bei 18.493 Punkten. Er hat damit nahezu wieder das Niveau von vor dem Crash Anfang August erreicht. Den Juli hatte der Index minimal oberhalb der 18.500-Punkte-Marke beendet.
Auch der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Donnerstag ähnlich stark hinzu und schloss minimal unter der 25.000-Punkte-Marke; allerdings noch ein gutes Stück unterhalb des Juli-Schlusskurses von 25.373 Punkten.
Deutsche Bank nach Postbank-Einigung an der Spitze
An der Dax-Spitze lag am Donnerstag die Aktie der Deutschen Bank. Der Konzern hatte sich tags zuvor mit früheren Postbank-Aktionären geeinigt, die wegen der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank im Jahr 2010 geklagt hatten. Damit kommt die Deutsche Bank im jahrelangen Streit um die Mehrheitsübernahme der Postbank einen großen Schritt voran.
Der Finanzmarkt reagierte positiv auf die Nachrichten. Zum Handelsschluss lag die Deutsche-Bank-Aktie mit 3,9 Prozent Zuwachs klar an der Dax-Spitze. Damit hat die Aktie im laufenden Jahr gut 17 Prozent gewonnen (siehe Chart unten).
Analyst Kian Abouhossein von der Bank JPMorgan wertet die Einigung mit den ehemaligen Postbank-Aktionären positiv. Sie habe voraussichtlich einen positiven Effekt auf das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal von 430 Millionen Euro, teilte die Bank am späten Mittwochabend mit. "Angesichts der positiven Effekte auf unsere Kapitalplanung werden wir unsere Ausschüttungspläne prüfen und im Rahmen unseres laufenden Dialogs mit unseren Aufsichtsbehörden besprechen", ergänzte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.
Hintergrund des Rechtsstreits ist die Mehrheitsübernahme der Postbank durch die Deutsche Bank im Jahr 2010. Es geht um die Frage, ob die Zwangsabfindung der Minderheitsaktionäre angemessen war und ob die Deutsche Bank nicht schon vor dem öffentlichen Übernahmeangebot für die Postbank faktisch die Kontrolle hatte - und den Anlegern mehr Geld hätte zahlen müssen. Die Deutsche Bank hatte den verbliebenen Aktionären 25 Euro je Aktie geboten. Die nun erzielte Einigung mit einem Teil der Kläger sieht eine Entschädigung von 31 Euro je Aktie vor.
CTS-Eventim-Aktie erreicht nach Zahlen Rekordhoch
Das von CTS Eventim angehobene Gewinnziel hat der Aktie des Event-Veranstalters und Ticketvermarkters am Donnerstag ein Rekordhoch beschert. Sie sprang kurz nach dem Handelsstart bis auf 91,15 Euro hoch. Zum Handelsschluss lag der Anteilsschein noch bei 87,60 Euro oder einem Plus von gut sechs Prozent gegenüber dem Vortageswert. Der Ticketvermarkter rangierte damit klar an der Spitze des MDax.
Auch im Jahresvergleich ist die Aktie bisher am besten gelaufen. Aktuell steht ein Kursgewinn von 42 Prozent zu Buche, der MDax gab im selben Zeitraum dagegen rund acht Prozent ab. Analystin Annick Maas von Bernstein Research zeigte sich beeindruckt vom kräftigen Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis im zweiten Quartal und der höher gesteckten Prognose.
Für 2024 erwartet CTS Eventim nun einen "deutlichen" Anstieg des bereinigten operativen Gewinns, nachdem bislang eine "moderate" Steigerung in Aussicht gestellt worden war.Das Unternehmen habe die Markterwartungen "deutlich übertroffen", schrieb Maas. Mit ihrem Kursziel von 95 Euro sieht sie noch etwas Potenzial. Dabei verweist sie auch auf die Preisgestaltung von CTS, den hierzulande im Januar gestarteten Geschäftsbereich FanSale, wo Tickets von Fan zu Fan verkauft werden können, oder auch auf potenzielle Übernahmen.
(mit Material von dpa-AFX)