Bericht - Seat und Volkswagen tauschen Finanzvorstand aus
Berlin (Reuters) - Volkswagen tauscht einem Bericht zufolge angesichts des verschärften Sparkurses den Finanzvorstand der Kernmarke VW aus.
Patrik Andreas Mayer verliere seinen Posten und wechsle zur spanischen Marke Seat, berichtete das "Manager Magazin" am Montag unter Berufung auf Insider. Der bisherige Seat-Finanzchef David Powels übernehme stattdessen den Posten in Wolfsburg. Powels leitete das Finanzressort bei Seat seit 2021. Zuvor hatte er unter anderem in seinem Heimatland Südafrika sowie in Deutschland, Brasilien und China für den Konzern gearbeitet.
Mayer hatte zusammen mit VW-Markenchef Thomas Schäfer im vergangenen Jahr ein Sparprogramm aufgelegt, das bis 2026 zehn Milliarden Euro einbringen soll. Allerdings reicht das bislang nicht aus, um den Gewinn zu steigern: Im zweiten Quartal sank die Rendite bei VW sogar auf 2,3 Prozent. Besser läuft es dagegen bei Seat: Die spanische Tochter, zu der auch die Marke Cupra gehört, erwirtschaftete im gleichen Zeitraum eine Rendite von 5,2 Prozent.
Volkswagen hat sich selbst ein Renditeziel von 6,5 Prozent verordnet und verschärfte vergangene Woche seinen Sparkurs massiv. Das Unternehmen kündigte an, die seit drei Jahrzehnten geltende Beschäftigungssicherung zu kündigen und droht mit Werksschließungen. Für das Unternehmen wäre das ein Novum: Noch nie wurde eine Produktionsstätte von Volkswagen in Deutschland geschlossen. Der Konzern betreibt in der Bundesrepublik elf Produktionswerke - sechs für die Fahrzeugmontage und fünf Komponentenwerke. Rund 120.000 Beschäftigte arbeiten hierzulande für den Konzern.
(Bericht von Christina Amann, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)