Carlyle bietet nicht länger für Thyssen-Marinetochter

Der Finanzinvestor Carlyle hat kein Interesse mehr an der Thyssenkrupp-Werftentochter TKMS.
"Wir können bestätigen, dass die Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group uns mitgeteilt hat, sich aus dem Bieterprozess zur Beteiligung an der Marinesparte von Thyssenkrupp zurückzuziehen", teilte Thyssenkrupp am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage mit. Thyssenkrupp halte indes weiter an den Plänen für eine Verselbstständigung der Tochter fest. "Dazu werden wir nun den von uns parallel angelegten Weg der Verselbstständigung des Marinesegments am Kapitalmarkt intensiv weiterverfolgen", hieß es.
Aber auch für industrielle Partnerschaften sei der Konzern weiter offen. Die Gespräche mit dem Bund über eine Beteiligung am Marinegeschäft wolle Thyssenkrupp fortsetzen. "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass der Marinebereich in einer eigenständigen Aufstellung die weltweiten Wachstumschancen der Branche am besten nutzen kann", teilte der Konzern weiter mit.
Carlyle und die staatseigene Förderbank KfW hatten Insidern zufolge in der Vergangenheit versucht, eine Mehrheit an TKMS zu übernehmen. Thyssenkrupp sucht seit Jahren eine Lösung für die Tochter, die unter anderem U-Boote und Fregatten herstellt. Überlegungen für einen Zusammenschluss mit der Bremer Lürssen-Werft oder Konkurrenten in Frankreich blieben ohne Ergebnis. TKMS mit Standorten unter anderem in Kiel, Hamburg und Bremen beschäftigt rund 7880 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 703 Millionen Euro.