HSBC überrascht mit Quartalsgewinn und kündigt Aktienrückkauf an

Hongkong/London (Reuters) - Die vor einem tiefgreifenden Umbau stehende britische Großbank HSBC hat dank höherer Einnahmen im Vermögensverwaltungs- und Großkundengeschäft ihren Gewinn im Sommer deutlich ausgebaut.
Der Vorsteuergewinn stieg im dritten Quartal um zehn Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar, wie HSBC am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur 7,6 Milliarden erwartet. Das gab den Aktien an der Börse in London Auftrieb: Sie kletterten um 2,5 Prozent auf ein Sechsjahreshoch, wozu auch die Ankündigung eines neuen bis zu drei Milliarden Dollar schweren Aktienrückkaufprogramms beitrug.
Investoren müssen sich indes weiter gedulden, inwiefern die in der vergangenen Woche angekündigte Überarbeitung der Unternehmensstruktur HSBC zu Kosteneinsparungen verhelfen wird. Die Großbank will Geschäftsbereiche und Regionen zusammenlegen sowie Führungspositionen streichen. Das bedeute aber nicht, dass HSBC letztlich vor einer Aufspaltung stehe, betonte der neue Vorstandschef Georges Elhedery am Dienstag. "Der Hauptgrund für die Umstrukturierung ist die Vereinfachung der Bank und die Beseitigung von Doppelstrukturen... die Kosteneinsparungen sind ein Nebeneffekt."
Zur Höhe der erwarteten Einsparungen und zur Zahl der Stellenstreichungen äußerte sich Elhedery nicht. Weitere Details stellte er für die Veröffentlichung der Bilanz im Februar in Aussicht. Ihren Hut nehmen musste bereits Nachhaltigkeitschefin Celine Herweijer. Sie ist nicht im neuen zwölfköpfigen Betriebsausschuss vertreten. Elhedery wollte sich dazu nicht äußern, er sagte jedoch, die Bank bleibe ihren Klimazielen verpflichtet.
Analysten lobten die "soliden" Ergebnisse der HSBC, ihrer Einschätzung nach muss die Bank aber mehr Auskunft über die finanziellen Auswirkungen ihrer Umstrukturierung geben. Die Einnahmen der größten Bank Europas stiegen im dritten Quartal um fünf Prozent auf 17 Milliarden Dollar. HSBC bekräftigte ihr kurzfristiges Ziel für die Eigenkapitalrendite für 2024 und 2025 im mittleren Zehnerbereich, erklärte jedoch, dass "sich die Aussichten für die Zinssätze geändert haben und volatil sind". Nach Jahren mit üppigen Zinseinnahmen müssen sich die Kreditinstitute rund um den Globus auf niedrigere Zinsen einstellen. HSBC kündigte gleichwohl eine Zwischendividende von zehn Cent pro Aktie an, die dritte Auszahlung dieser Art in diesem Jahr.
(Bericht von Selena Li in Hongkong, Lawrence White und Virginia Furness in London, geschrieben von Patricia Weiß, redigiert von redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)