Klimaschonende Stahlproduktion

Habeck: Thyssenkrupp-Anlage wird gebaut trotz Stellenabbau

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
ThyssenKrupp Headquarter Essen
Quelle: Oliver Hoffmann/Shutterstock.com

Trotz der geplanten Streichung Tausender Stellen bei Thyssenkrupp sieht Wirtschaftsminister Robert Habeck den Bau einer klimaschonenden Stahlproduktion als gesichert an.

Die Direktreduktionsanlage bei Thyssenkrupp werde gebaut, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Berlin. "Das sind zwei getrennte Prozesse. Das Unternehmen strukturiert sich neu oder hat es angekündigt." Doch die Anlage werde erstellt.

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen fördern die klimaschonende Anlage zur Stahlerzeugung, die bis 2027 entstehen soll, mit insgesamt rund zwei Milliarden Euro. Mit dieser könnte Thyssenkrupp nach früheren Angaben im reinen Wasserstoffbetrieb jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Insider berichteten, dass die Anlage um einen dreistelligen Millionenbetrag teurer ausfallen könnte.

IG METALL: FÜR JOBBABBAU KEIN VERHANDLUNGSSPIELRAUM

Am Montag hatte der Essener Industriekonzern angekündigt, bei der seit langem kriselnden Stahltochter Thyssenkrupp Steel in den kommenden Jahren 11.000 der aktuell rund 27.000 Arbeitsplätze abzubauen. Bis 2030 sollen rund 5000 Jobs gestrichen werden, weitere 6000 sollen durch Ausgliederungen oder Verkäufe von Aktivitäten wegfallen.

Die IG Metall reagierte empört und nannte die Pläne des Vorstandes eine "Riesenprovokation". Sie sieht keinen Verhandlungsspielraum bei dem Thema. "Wir verhandeln das erst gar nicht. Punkt!", erklärte Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel, in einem am Dienstag veröffentlichten Flugblatt. Solange betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen nicht wieder vom Tisch seien und keine langfristige Finanzierung stehe, werde sich die Gewerkschaft nicht mit dem Vorstand an einen Tisch setzen.

IG Metall-Chefin Christiane Benner wetterte im ZDF Morgenmagazin: "Die IG Metall wird keine Werksschließungen bei Thyssen akzeptieren. Die Zukunft geht nur zusammen mit den Beschäftigten." Man habe sich zusammen auf den Weg gemacht, klimafreundlich zu werden. "Da haben wir an einem Strang gezogen." Dass das jetzt ein Aus bedeuten solle für 11.000 Beschäftigte, sei nicht akzeptabel. "Uns fehlt an der Stelle auch mal Demut des Managements oder des Vorstands, auch zu sagen, was ist eigentlich unser Beitrag, damit wir diese Krise gemeinsam bewältigen."

onvista Premium-Artikel

onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!gestern, 15:36 Uhr · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation
Chartzeit Wochenausgabe vom 30.03.2025
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte30. März · onvista
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte

Das könnte dich auch interessieren

Klimafreundlichere Stahlproduktion
Grünstahl-Anlage von Tyssenkrupp in Duisburg soll Ende 2027 starten31. März · dpa-AFX
Grünstahl-Anlage von Tyssenkrupp in Duisburg soll Ende 2027 starten
Aktien New York Ausblick
Wall Street mit leichten Kursverlusten erwartet28. März · dpa-AFX
Wall Street mit leichten Kursverlusten erwartet
Kräftige Rücksetzer
Aktien aus Gesundheitsbranche leiden stark unter Zollangstgestern, 11:33 Uhr · dpa-AFX
Aktien aus Gesundheitsbranche leiden stark unter Zollangst
Automobilverband VDA
Autoindustrie sieht US-Zölle als massive Belastungheute, 08:45 Uhr · dpa-AFX
Autoindustrie sieht US-Zölle als massive Belastung