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Metro: Russland-Geschäft nicht im Griff – Prognose und Aktie runter

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Metro: Russland-Geschäft nicht im Griff – Prognose und Aktie runter

Die Probleme des Handleskonzerns im Osten bleiben weiterhin bestehen. Daher warnt die Metro heute erneut, nachdem das Russland-Problem schon in abgelaufenen Geschaftsjahr für eine Prognosekürzung gesorgt hatte. Die Aktionäre sind über den erneuten Rückschlag nicht erfreut und schicken die Aktie fast 10 Prozent ins Minus.

Digitalisierung kostet auch ein Stück

Der Konzern erwarte im Geschäft rund um seine Großmärkte 2018/19 einen Rückgang des operativen Gewinns um zwei bis sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1,24 Milliarden Euro), teilte Metro am Donnerstag in Düsseldorf mit. Grund für das Ertragsminus seien neben den Problemen in Russland Investitionen in die Digitalisierung – Konzernchef Olaf Koch will so Kunden wie Gastronomen und Hoteliers enger an Metro binden. Ziel ist ein Umsatzplus von einem bis drei Prozent im laufenden Geschäftsjahr. Dabei will er sich gänzlich auf das Großmarktgeschäft konzentrieren, für die Supermarktkette Real ist kein Platz mehr. „Der Verkaufsprozess schreitet wie geplant voran“, betonte Koch. Einem Insider zufolge haben mehrere Interessenten für die Kette bei Metro angeklopft – sowohl Finanzinvestoren als auch Interessenten aus der Branche.

Zahlen entwickeln sich rückläufig

Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 – hier standen noch das Großhandelsgeschäft und Real gemeinsam in den Büchern – schrumpfte der operative Ertrag (Ebitda ohne Ergebnisbeiträge aus Immobilientransaktionen) auf 1,39 (VJ: 1,43) Milliarden Euro. Die Anteilseigner sollen eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro pro Aktie erhalten.

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Das Spielchen bleibt gleich

Die Probleme in Russland – ein schwächelnder Rubel, schlechte Kauflaune der Verbraucher und anfänglich viel zu teure Rabatt-Aktionen – hatten Metro bereits im vergangenen Jahr belastet. In dem Land betreiben die Rheinländer rund 90 ihrer mehr als 760 Cash&Carry-Märkte. Der Umsatz brach hier im vergangenen Geschäftsjahr um 16,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro ein.

Aufspaltung trägt nicht wirklich Früchte

Dabei sollte nach der Aufspaltung des Konzerns und der damit verbundenen Trennung vom Elektronikhändler Ceconomy mit seinen Ketten Media Markt und Saturn im Sommer 2017 vieles besser werden. Koch wollte Metro mit der Aufspaltung schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen. Das Unternehmen werde im ersten Jahr der Unabhängigkeit den Ertrag „signifikant“ steigern, hatte er noch im vergangenen Dezember in Aussicht gestellt. Doch schon im April hatte Koch nach Schwierigkeiten in Russland und hohen Kosten für die Sanierung der später zum Verkauf gestellten Supermarkttochter Real seine Umsatz- und Gewinnprognose nach unten korrigieren müssen. Analysten reagierten damals mit harscher Kritik – HSBC-Experten sahen bereits die Glaubwürdigkeit der Metro untergraben.

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Übernahme letzte Hoffnung?

Mit dem Aktienkurs ging es ungeachtet der Abspaltung lange nicht recht voran. Im Februar kostete ein Anteilsschein noch 18,22 Euro, Ende Juli waren es noch rund zehn Euro. Nun notiert die Metro-Aktie wieder deutlich über 13 Euro. Denn um den Konzern machen nach dem Einstieg des Braunkohle-Milliardärs Daniel Kretinsky Übernahmespekulationen die Runde. Der Tscheche hat die Karten bislang nicht auf den Tisch gelegt, verfügt aber zusammen mit einem Partner über Aktien und Optionen, die ihn im kommenden Jahr auf über 30 Prozent der Metro-Anteile bringen könnten. Eine Übernahmeangebot wäre die Folge. Die Entscheidung über sein Vorgehen hat Kretinsky ausdrücklich auch davon abhängig gemacht, einen „positiven Einfluss“ auf das Management zu nehmen.

Onvista/Reuters

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