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SMI: Ist der Schweizer Leitindex der sichere Hafen für stürmische Zeiten? – Schweizer Franken ebenfalls stark gefragt

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SMI: Ist der Schweizer Leitindex der sichere Hafen für stürmische Zeiten? – Schweizer Franken ebenfalls stark gefragt

Während die US-Märkte und der Dax am Mittwoch durchgeschnauft haben, hat der Schweizer Leitindex am späten Nachmittag mit 9882,40 Zählern ein neues All-Zeit-Hoch markiert. Der Dax ist von diesem Ziel noch ein gutes Stück entfernt. Der Aktienmarkt bei den Eidgenossen läuft aktuell eben ein gutes Stück besser. Heute schraubt der SMI sein All-Time-High auf 9.903,54 Punkte hoch. Seit Jahresanfang hat der Schweizer Leitindex um mehr als 17 Prozent zugelegt.

Vergleichschart DAX/SMI seit Jahresanfang

Konjunkturaussichten sprechen für die Schweiz

Die Bundesregierung rechnet mit anhaltendem Gegenwind für die deutsche Wirtschaft. „Die Binnenkonjunktur ist weiter intakt, aber die exportorientierte Industrie durchlebt eine Durststrecke“, heißt es heute in dem veröffentlichten Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Nach dem deutlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal von 0,4 Prozent blieben die Aussichten für das zweite erst einmal gedämpft. „Der spürbare Rückgang der Auftragseingänge in der Industrie seit Jahresbeginn sowie das sich bis Mai weiter eintrübende Geschäftsklima signalisieren ein Andauern der industriellen Schwächephase“, betonte das Ministerium. Beschäftigung und Einkommen dürften aber nach wie vor spürbar zulegen, ebenso die Bauinvestitionen.

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„Am Arbeitsmarkt zeigen sich erste Bremsspuren“, schreiben die Experten des Ministeriums. „Beim Zuwachs der Erwerbstätigkeit verfestigt sich die niedrigere Dynamik.“ Die Arbeitslosigkeit habe im Mai nicht nur aufgrund von Sondereffekten zugenommen. Die Bundesagentur für Arbeit bereitet sich angesichts der abkühlenden Konjunktur bereits auf einen Anstieg der Kurzarbeit in Industriebranchen vor, Arbeitsagenturchef Detlef Scheele jüngst mitteilte.

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr wegen der Handelskonflikte und Risiken wie dem Brexit nur mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.

Schweiz plant mit 1,2 Prozent

Die Eidgenossen haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen, kommen aber unterm Strich zu einem deutlich besseren Ergebnis. Die Schweizer Regierung rechnet für das laufende Jahr weiterhin mit einem unterdurchschnittlichen Wachstum der heimischen Wirtschaft. Die Wirtschaftsexperten des Bundes erwarten im laufenden Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent, wie aus ihrer am Donnerstag vorgelegten Prognose hervorgeht. Die Abschwächung der Weltkonjunktur bremse die Exporte. Zudem belaste die Unsicherheit die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Im März hatten die beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) angesiedelten Ökonomen noch ein Plus von 1,1 Prozent veranschlagt. Im kommenden Jahr soll die Wirtschaftsleistung dann um 1,7 Prozent zulegen. Im ersten Quartal stieg das Schweizer BIP real um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

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Schweizer Franken immer stärker gefragt

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat wegen der internationalen Handelskonflikte und des Budgetstreits zwischen der EU und Italien vor einer neuerlichen Frankenaufwertung gewarnt. „Angesichts der vielen Risikoherde ist die Gefahr eines erneuten Aufwertungsdrucks auf den Franken hoch“, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Andrea Maechler Donnerstag auf der Pressekonferenz laut Redetext. Der Franken bleibe bei Investoren als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten gesucht. Vor wenigen Tagen war die Schweizer Währung zum Euro wegen der mit dem Handelsstreit verbundenen Unsicherheiten auf den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren gestiegen.

Chart CHF/EUR – 3 Jahre

Lediglich zwei SMI-Werte seit Jahresanfang im Minus

Nur die Aktien von Swatch und der UBS tanzen bei den Eidgenossen aus der Reihe und liegen im Minus. Die restlichen 17 Werte im SMI können mit Kurszuwächsen glänzen. Zum Vergleich: Im Dax liegen 8 der 30 Vertreter seit Jahresbeginn im Minus.

Lonza führt die Gewinnerliste an

Der Schweizer Pharmazulieferer profitierte zuletzt davon, dass er sein Geschäft mit Spezialstoffen für die Landwirtschaft und Konsumartikel ausgliedert. Der Bereich bleibt zwar im Besitz der Gruppe, wird aber künftig unabhängig geführt. Die Ausgliederung will Lonza bis Mitte 2020 abschließen. Nach Einschätzung der Analysten der Zürcher Kantonalbank könnte der Bereich mittelfristig verkauft oder an die Börse gebracht werden. Seit Jahresanfang liegt die Aktie 33 Prozent im Plus

Chart Lonza seit Jahresanfang

Auf den Plätzen zwei und drei liegen die Aktien des Luxusgüter-Produzenten Richemont (+28 Prozent) und Nestle (+ 27 Prozent).  Was auffällig ist im SMI: Hinter den Top 3 Aktien des Leitindex folgen mit Sika, Swiss Life, Adecco, Givaudan und Geberit gleich 5 weitere Titel, die Seit Jahresanfang mehr als 20 Prozent oben drauf gepackt haben. Wir vergleichen noch einmal mit dem DAX: Hier liegen lediglich 2 Aktien seit Jahresanfang über 20 Prozent im Plus - Fresenius und HeidelbergCement.

Von Markus Weingran

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Foto: William Potter / Shutterstock.com

 

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