onvista Börsenfuchs: Wer hat noch Kohle für die Börse übrig?

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Hallo Leute! Passend zur Energiekrise hat mr vorhin jemand folgenden Tweet des Tages weitergeleitet: „„Was werden Sie mit dem Lottogewinn anfangen?“ „Meine Gasrechnung bezahlen.“ „Und der Rest?“ „Den treibe ich schon irgendwie auf.“ Könnte sein, dass das am Rande der aktuellen Koalitionsgespräche aufgeschnappt wurde (Scherz).

Als alter Aktienförderer und speziell der privaten Altersvorsorge muss ich mich jetzt aber fragen, wo die Preisexplosion bei Öl, Gas, Sprit und vielen Lebensmitteln noch hinführt. Denn wenn große Teile der Bevölkerung dringend zusätzliche Unterstützung von Vater Staat brauchen, um über die Runden zu kommen, bleibt bei vielen nix mehr für Kapitalanlagen über (nicht einmal mit bescheidenen monatlichen Einzahlungen auf Sparpläne). Und das ist voll der Mist!

Der neue Lagebericht der Nürnberger GfK macht deutlich, was das für Folgen hat: Sprunghaft steigende Sparneigung setzt Konsumklima stark zu. Die meisten Indikatoren der Verbrauchstimmung scheinen sich in diesem Monat auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren. Sowohl die Konjunktur- und Einkommensaussichten verzeichnen minimale Zuwächse, während die Anschaffungsneigung nur leichte Einbußen hinnehmen muss.

Überschattet wird dies allerdings vom sprunghaften Anstieg der Sparneigung, wodurch das Konsumklima insgesamt seine steile Talfahrt fortsetzt. Die Sparneigung der Bundesbürger legt im August um satte 17,6 Punkte zu und klettert damit auf 3,5 Punkte. Die Furcht vor deutlich höheren Energiekosten in den kommenden Monaten zwingt viele Haushalte zur Vorsorge und dazu, Geld für zukünftige Energierechnungen auf die Seite zu legen. Dies belastet das Konsumklima weiter, da im Gegenzug weniger finanzielle Mittel für den übrigen Konsum zur Verfügung stehen.

Hey, laut GfK wird’s noch dicker kommen: Die Situation kann sich in den kommenden Wochen und Monaten noch verschärfen, wenn in der anstehenden Heizperiode das Angebot an Brennstoffen, vor allem an Gas, unzureichend ist. Dies würde zu einem weiteren Preisanstieg führen und die Heizkostenabrechnungen zusätzlich in die Höhe treiben. Für eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas ist es zum einen notwendig, die Inflation zu bekämpfen, wofür vor allem die Europäische Zentralbank mit einer weniger expansiven Geldpolitik gefordert ist.

Zum anderen müssen bei einer der wesentlichen Ursachen für die hohen Preise, nämlich dem Ukraine-Krieg, Schritte zu einer Lösung gefunden werden. Fromme Wünsche. Trotz der leichten Verbesserung in diesem Monat bleibt die Rezessionsgefahr aus Sicht der deutschen Verbraucher hoch. Viele Unternehmen machen sich derzeit große Sorgen um die Entwicklung der Energiepreise, die zuletzt explosionsartig gestiegen sind. Neben den hohen Kosten sind die Unternehmen zudem verunsichert, ob im kommenden Winter überhaupt genügend Energie zur Verfügung stehen wird. Zusammen mit den nach wie vor bestehenden Lieferengpässen aufgrund unterbrochener Lieferketten sehen sie die Gefahr, dass es zu Produktionseinschränkungen kommen kann. Dies würde eine Rezession wahrscheinlicher machen.

Nee, meine Freunde, ich glaube nicht, dass die Notenbanken alles und das schnell in den Griff kriegen werden. Erwartet also nicht zu viel vom laufenden internationalen Meeting der Währungshüter in Jackson Hole / Wyoming und vom Fed-Chef Powell. Ich habe auch keine Patentlösung, dafür sind die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge zu eng und zu kompliziert. Trotzdem ein Appell: Versucht (wenn irgend möglich) das langfristige Vorsorge-Investieren in Aktien oder Fonds durchzuhalten!

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